Lokale Wirtschaft

Portemonnaie sitzt nicht mehr locker

Halbzeit im Kirchheimer Winterschlussverkauf: Wirtschaftskrise schlägt noch nicht durch – Käufer aber vorsichtiger

Die Erfahrungen der Einzelhändler mit dem Kirchheimer Winterschlussverkauf gehen auseinander. Trotzdem blicken die meisten zuversichtlich einem wirtschaftlich ungewissen Jahr entgegen.

tobias flegel

Kirchheim. Die Hinweise in den Schaufenstern sind nicht zu übersehen: „WSV“ steht in dicken Lettern darauf. Weitere Schilder sollen Appetit auf bis zu 70 Prozent reduzierte Ware machen. Der Winterschlussverkauf – offiziell seit 2004 abgeschafft – lebt in Kirchheim auf Betreiben der Händler auch in diesem Jahr weiter.

Die Bilanz fällt indessen unterschiedlich aus. „Bisher sind unsere Erfahrungen positiv“, berichtet Ralf Gerber, der das Modehaus Fischer in der Stadtmitte betreibt. Berichte über die Folgen der Wirtschaftskrise seien zwar täglich in den Medien, aber aus seiner Sicht ist die Flaute noch nicht bei den Kunden angekommen. Insbesondere Jacken und Mäntel sind in seinem Geschäft aufgrund des kalten Wetters praktisch ausverkauft.

Ähnliche Erfahrungen hat Karl-Michael Bantlin, Erster Vorsitzender des City Rings, gemacht. „Es kommen mehr Kunden“, berichtet er. Sein Umsatz liege zwar hinter dem des Rekordjahres 2008, er rechne aber mit dem zweitbesten Ergebnis. Juniorchef Philipp Renken von Intersport Räpple ist „grundsätzlich zufrieden“ mit den letzten Tagen, auch wenn er sich etwas mehr vom Verkauf erhofft habe.

Weniger zufrieden ist Fritz Stegmaier, Geschäftsführer des Kaufhauses Steingass. „Der Winterschlussverkauf ist schleppend angelaufen“, sagt er. Das könne daran liegen, dass Anfang des Monats schon stark reduziert worden sei. Susanne Bantel vom gleichnamigen Modehaus äußert sich ebenso kritisch: „Das Geschäft war schwach.“ Auch für sie sind die Preissenkungen seit Anfang Januar ein möglicher Grund für das vorsichtige Kaufverhalten. Enttäuschung auch bei Outdoor Sports and More: „Der Schlussverkauf läuft mäßig“, berichtet Babette Hiller.

Den zum Teil schlechten Erfahrungen und Prognosen zum Trotz, sehen die Kirchheimer Händler den kommenden Monaten zuversichtlich entgegen – auch wenn viele der Auffassung sind, dass völlig ungeschoren wohl niemand aus der Krise kommt.

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