Lokale Wirtschaft

Praxiserfahrung als Ausbildungschance

ESSLINGEN "Die Chancen, sich auf dem Ausbildungsmarkt durchzusetzen, werden durch die Praxisnähe deutlich erhöht." Joachim Schmid-Schippert, Leiter der John-F.-Kennedy-Schule, brachte den maßgebenden Aspekt einer Firmensimulation auf den Punkt. Rechnungswesen, Marketing, Einkauf, Verkauf, Personalplanung, Vertrieb, Organisation der Erfahrungsschatz, der in den Übungsfirmen gesammelt wird, umfasst das ganze Spektrum kaufmännischen Handelns. Den eigentlich widersprüchlichen Begriff von der "Werkstatt des Kaufmanns" prägte daher Landrat Heinz Eininger bei der Einweihungsveranstaltung.

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Die "Werkstatt" wurde im ersten Stock der John-F.-Kennedy-Schule als bestens ausgerüstetes Großraumbüro eingerichtet. 15 PC-Arbeitsplätze, Telefon, Fax, Kopierer, Möbel und Telefonanschluss bilden die Grundausstattung, die zwei Klassen des einjährigen kaufmännischen Berufskollegs zur Verfügung steht. Die Idee der Übungsfirma ist nicht neu, in den vergangenen zwei Jahren wurden zunächst in Nürtingen, später in Kirchheim auch die anderen Berufsschulen im Kreis entsprechend ausgerüstet. Die Einrichtung des Büros kostete 63 000 Euro. Das Land schießt hierfür 48 500, die Stiftung der Kreissparkasse Esslingen 5000 Euro bei. Den Rest zahlt der Kreis als Schulträger.

Fünf Stunden in der Woche arbeiten die Schüler in der Firma. Gründungskapital oder Waren stehen nur virtuell zur Verfügung. Beziehungen zu den 700 Übungsfirmen in Deutschland sind aufgebaut, Kontakte zu 3 000 weltweit aktiven virtuellen Schüler-Gesellschaften sollen in absehbarer Zeit geknüpft werden. Über diese Geschäftsbeziehungen werden Waren ge- und verkauft. Bei Gründung und während des Geschäftsbetriebs können sich die Schüler Rat bei den Paten-Firmen, dem Modehaus Kögel in Esslingen und Sport und Bike Walcher in Deizisau, holen.

ch