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Projekt Holzbau Merkle und Holzbau Merkle aus Bissingen bauen für Bund Siegermodell der TU Darmstadt

Projekt Holzbau Merkle und Holzbau Merkle aus Bissingen bauen für Bund Siegermodell der TU Darmstadt

Die Bissinger Firmen Projekt Holzbau Merkle und Holzbau Merkle haben für das Bundesministerium für Verkehr und Städtebau das attraktivste und energieeffizienteste modulare Solar-Haus gebaut, entworfen von Studenten der Uni Darmstadt. Das Siegermodell setzte sich 2007 in Amerika gegenüber Top-Universitäten aus den USA, Kanada und Spanien durch. Ab Montag ist es nach Schlüsselübergabe an Minister Wolfgang Tiefensee in München ausgestellt.

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richard umstadt

Bissingen. Der erste Preis des internationalen Wettbewerbs „Solar Decathlon“ um das attraktivste und energieeffizienteste Solar-Haus ging 2007 nach Deutschland. Die Wettbewerbsvorgaben forderten ein vollständig energieautarkes Gebäude und limitierten zudem die Grundfläche auf 75 Quadratmeter. Der Prototyp in Form eines Kubus ist gespickt mit neuen Technologien und Konzepten: Vakuumdämmung, thermoaktive Bauteilsysteme, in die Fassade und das Dach integrierte Solarstromerzeugung und vieles mehr sorgen für Energieautonomie. Damit setzte sich das Team der TU Darmstadt um den Architekten Prof. Manfred Hegger in Washington D. C. gegen 19 Top-Universitäten aus den USA, Kanada und Spanien durch. Zu dem Wettbewerb hatte das US-Energieministerium eingeladen, das dadurch das schönste, funktionalste und zukunftsträchtigste Haus ermitteln wollte.

Nach Rückkehr des Gebäudes aus den USA wurde es zunächst an verschiedenen Orten ausgestellt. Seit Juli steht das High-Tech-Gebäude nun auf dem Campus der TU Darmstadt und wird als Projektbüro in der Praxis auf Herz und Nieren geprüft.

Das Bundesministerium für Verkehr und Städtebau schrieb den Bau des Solarhauses öffentlich aus. Als sich daran niemand beteiligte, erfolgte eine zweite, freie Ausschreibung. Die Firma Projekt Holzbau aus Bissingen, in der Fachwelt keine unbekannte auf diesem Gebiet, erhielt dabei den Zuschlag vom Ministerium. Das Problem: Innerhalb von vier Wochen musste das energieautarke High-Tech-Gebäude in den Hallen der Bissinger Firma Holzbau Merkle erstellt und sämtliche Gewerke gleichzeitig gefertigt werden. „Da waren zeitweise gleichzeitig 25 Handwerker im Gebäude und zehn Handwerker an der Fassade des Hauses beschäftigt“, beschrieb Wolfgang Knöpfle, einer der Projekt Holzbau-Geschäftsführer, den dicht gedrängten Arbeitstakt.

Ende Dezember wurden die Gebäudemodule des Solarhauses in Bissingen auf vier Spezialtieflader verladen. In dieser Woche wurden sie in München am Marienhof hinter dem Rathaus zusammengebaut. Am Montag, 12. Januar, eröffnet Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee in München die Baumesse und wird gemeinsam mit Münchens Oberbürgermeister Christian Ude auch das schönste, zukunftsträchtigste und funktionalste energieautarke Haus besuchen. Er wird dann die Schlüssel zu dem optimierten Ableger des Siegermodells erhalten.