Lokale Kultur

Prominente, Fans und Diebe

Nächster Treff der Improvisationstheatergruppe des Mehrgenerationenhauses Linde

Kirchheim. Wenn sich zwei unbekannte Männer am Linde-Bahnhof treffen, passieren die unglaublichsten Geschichten. Mal treffen sich Schaffner und Bahngäste, mal Prominente inkognito und aufdringliche Fans, mal Lehrer und Schüler, mal verliebte Taschendiebe und Polizisten. Wenn sich zwei Männer am Linde-Bahnhof treffen ist alles möglich, bei der Improvisationstheatergruppe des Mehrgenerationenhauses in der Kirchheimer Alleenstraße.

Anzeige

Beim Improvisationstheater ist der Name Programm. Es werden keine festen Stücke eingeübt. Stattdessen wird auf die spontanen Zurufe des Publikums oder die der anderen Teilnehmer reagiert. Die Darsteller greifen die in den Raum geworfenen Wörter auf und setzen sie, aus dem Stehgreif heraus, in verschiedenen kleineren Szenen und Spielen um.

Das Improvisationstheater entwickelt so seine eigene Dynamik. Für niemand ist voraussehbar, was sich als nächstes auf der Bühne tut. Gerade dieses Ungewisse – „Was wird jetzt geschehen?“ , „Was, und vor allem wie wird das jetzt wohl interpretiert?“ – macht für Akteure und Zuschauer gleichermaßen den besonderen Reiz an dieser Art des Schauspiels aus.

Bei dem im Mehrgenerationenhaus Linde in der Alleenstraße 90 stattfindenden Improvisationstheater, das von der Theaterpädagogin Sabine Riedl angeleitet wird, treffen sich Theaterinteressierte aller Altersklassen. Hier spielen Jung und Alt zusammen einfach frei drauflos und alle haben dabei einen Riesenspaß. Es wird viel gelacht, man hilft sich gegenseitig, Tipps werden gerne gegeben und genauso gerne angenommen.

Das mehrgenerative Zusammenarbeiten macht die Gruppe und ihr Spielen auf eine besondere Art vielschichtiger. Davon, dass jede Generation etwas – wenn auch unbewusst – von sich mit einbringt, profitiert jede/r von ihnen in einer angenehmen Weise.Jeden Dienstag traf sich das kleine Ensemble seit Januar regelmäßig im großen Saal des einstigen Jugend- und jetzt Mehrgenerationenhauses Linde, wo die Teilnehmer die vielen verschiedenen, schon an einem Kleiderständer für sie bereitgestellten Kleidungsstücke und Kostüme anzogen, um dann für zwei Stunden in die verschiedensten Rollen zu schlüpfen und sich gemeinsam auf das Theaterspielen einzulassen.

Niemand unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatte vor diesem in der Linde angebotenen Workshop in irgendeiner Weise Erfahrungen im Bereich des Theaterspielens oder gar des Improvisationstheaters gesammelt, aber das ist auch nicht nötig. „Es geht bei uns nicht darum, etwas perfekt improvisieren oder spielen zu können, es geht in diesen zwei Stunden darum, mit sich und der Gruppe Spaß zu haben – und den hatten wir wirklich alle“, lautet das Resümee der Theaterpädagogin.

Ein besonderes Erlebnis des Kurses war das Zusammenspiel mit einer Theatergruppe des Behindertenheimes aus Linsenhofen, deren Mitglieder körperlich und geistig behindert sind. Beide Gruppen trafen sich zwei Mal um zu üben und sich auszutauschen. Sicher wird es nicht nur bei diesen zwei Treffen bleiben, da es allen Beteiligten „unglaublich viel Spaß machte und alle dazu motivierte, ihr Bestes zu geben“, berichtet Sabine Riedl.

Am Donnerstag, 3. April, steht ab 19.30 Uhr, der nächste Termin des Improtheater-Kurses in der Linde auf dem Programm. Interessenten können sich unter der Rufnummer 0 70 21 / 4 44 11 mit dem Team des Mehrgenerationenhauses in der Alleenstraße 90 in Kirchheim in Verbindung setzen. jz