Lokale Wirtschaft

Qualität unter Zeitdruck

Bei den Berufsweltmeisterschaften "World Skills 2005" in Helsinki haben Stefan Kostka und Andreas Veil den zweiten Platz in der größten Wettbewerbsdisziplin, Mechatronik, erreicht. Gemeinsam mit dem Team aus der Schweiz können sich die beiden über Silber freuen. Gold ging an die japanischen Mechatroniker.

HELSINKI Die asiatischen Teams galten als die Favoriten allen voran Titelverteidiger Singapur und der Vizeweltmeister von 2003, Japan. Mit dabei der Ötlinger Stefan Kostka und Andreas Veil, die sich beim Bundeswettbewerb Mechatronik im März gegen 22 Mannschaften bekannter deutscher Ausbildungsbetriebe durchgesetzt hatten. Die deutschen Unternehmen hielten zusammen und erstellten einen gemeinsamen Trainingsplan für das Siegerteam: Bei MTU in München trainierten die Festo-Azubis, wie Qualität produziert wird.

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Beim Wettbewerb mit weltweitem Teilnehmerfeld in der finnischen Hauptstadt galt es, acht verschiedene Aufgaben an insgesamt vier Tagen zu bewältigen immer im Spannungsfeld von Zeitdruck und geforderter Qualität. "Der Zeitdruck ist noch höher als in der Praxis", stellt das Team Deutschland in Helsinki fest. An Modellfabriken werden verschiedenste Aufgaben aus der industriellen Praxis (Produktion, Wartung, Instandhaltung, Service) en miniature gestellt. Wer schnell fertig ist, bekommt eine Zeitgutschrift aber nur, wenn alles fehlerfrei läuft.

Nicht immer am schnellsten, aber nahezu fehlerfrei, arbeiten sich die beiden deutschen Mechatroniker auf Platz drei nach dem zweiten Tag vor. Tags darauf verdrängen die Schweizer Singapur von Platz zwei. Die Deutschen können am Vormittag Probleme mit der Programmierung nicht ganz lösen. Sie bewahren aber kühlen Kopf, treiben sich gegenseitig zu Höchstleistungen an: Sie können am Nachmittag aufholen und verteidigen erfolgreich ihren dritten Platz. Am vierten Tag gewinnen sie weitere Punkte für Zeit und fachmännische Leistung. Am Ende gibt es Silber, zusammen mit den Schweizern.

Stefan Kostka und Andreas Veil tragen dazu bei, dass Deutschland in der Wertung aller Disziplinen Platz drei erreicht. Insgesamt gab es zehn deutsche Medaillen in Helsinki.

pm