Lokale Kultur

Quartette der Klassik

KIRCHHEIM Quartette der Wiener Klassik standen auf dem Programm eines Konzerts mit Martin Wenner (Traversflöte), Johanna und Johannes Pfister (Violine), Bernhard

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FLORIAN STEGMAIER

Moosbauer (Viola) und Johanna Degen (Cello) im Rundsaal des Kirchheimer Schlosses. Goethes berühmte Bemerkung im Briefwechsel mit Zelter, er höre im Quartett "vier vernünftige Leute sich miteinander unterhalten" mag hierbei als Prüfstein gelten.

In der Tat lieferten die Künstler eine veritable kammermusikalische Darbietung, das Musizieren auf historischen Instrumenten erhöhte die Transparenz des oftmals intrikaten Tonsatzes zusätzlich. In diesem Konzert waren vier hochkarätige Instrumentalisten zusammengekommen, die jedoch "projektbezogen" miteinander musizieren und noch nicht, wie es ganz große Ensembles auszeichnet, über die Jahre zu einer organischen Einheit verschmolzen sind.

Wem die erste Konzerthälfte mit Mozarts Flötenquartett C-Dur KV 285b und seinem D-Dur-Quartett KV 155 in puncto Verve und Spielwitz noch ein wenig zu verhalten gewesen war, der wurde spätestens zu Beginn der zweiten Hälfte mit Haydns Streichquartett G-Dur op. 1 Nr. 4 entschädigt.

Auch wenn in Fachkreisen immer wieder bezweifelt wird, dass Haydn der "Erfinder" des Streichquartetts sei, so war es doch er, der dieser Gattung im Verlauf von Jahrzehnten zu höchster Blüte verhalf und gilt bis heute in einer Reihe mit Beethoven und Bartok als einer der großen Eckpfeiler in der Entwicklung des Streichquartetts.

Das im Konzert zu Gehör gebrachte G-Dur-Quartett haftet trotz der denkbar niedrigen Opuszahl nicht der Dünkel eines noch unreifen Frühwerks an. In seiner fünfsätzigen Anlage ist es zwar noch der Tradition der Divertimenti und Cassationen verpflichtet, steht jedoch an zukunftsweisendem musikalischen Gehalt seinen zahlreichen Nachfolgewerken in nichts nach.

Mit Spielfreude und Präzision loteten Johanna und Johannes Pfister, Bernhard Moosbauer und Johanna Degen die Tiefen und Untiefen der Komposition aus und bescherten den Konzertbesuchern ein kammermusikalisches Glanzlicht. Mit Mozarts Flötenquartett D-Dur KV 285 wohl das populärste Werk dieses Konzertabends im Rundsaal des Kirchheimer Schlosses konnte sich auch Flötist Martin Wenner zur ganzen Größe seines Könnens aufschwingen und somit einem Konzertabend, der einige wunderbare Einblicke in die Welt der frühen Wiener Klassik gewährte, zu einem rundum gelungenen Abschluss verhelfen.