Lokale Wirtschaft

Rätselraten über Grund

Fünf Wochen nach der plötzlichen Schließung des Autohauses Mahle hat das Wendlinger Unternehmen Insolvenz beim Amtsgericht in Esslingen angemeldet. Der Stuttgarter Rechtsanwalt Markus Schneeberger wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

GABY KIEDAISCH

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WENDLINGEN Anfang Februar hat das Autohaus von heute auf morgen seinen Betrieb eingestellt. Dies löste nicht nur unter den 43 Mitarbeitern, die davon kalt erwischt wurden, Verwirrung aus. Auch Kunden standen plötzlich vor verschlossenen Türen. Seither ist der große Hof des Autohauses wie leer gefegt. Nach Auskunft des vorläufig bestellten Insolvenzverwalters sind noch zwei Mitarbeiter mit Joachim Otterbach mit den letzten Abwicklungen des Unternehmens beschäftigt.

Was genau zur Betriebseinstellung geführt hat, darüber kann Insolvenzverwalter Schneeberger von der Stuttgarter Kanzlei Dr. Hefermehl und Kollegen bislang noch keine Auskunft geben. Die Insolvenz wurde erst in der vergangenen Woche beantragt. Das ganze Verfahren wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, meint Schneeberger, voraussichtlich noch den ganzen April.

Tatsache ist, dass die beiden Hausbanken die Kredite gekündigt haben und keine Finanzierung mehr über sie möglich ist. Laut Schneeberger sind auch der Händlervertrag mit VW und der Servicevertrag mit Audi gekündigt worden.

So wie es momentan aussieht, sind das Grundstück und die Gebäude nicht Bestandteil der Insolvenz, da sie nicht zum Betriebsvermögen gehören. Die Immobilie gehört Otterbachs Ehefrau Manuela.

So viel steht fest: die Hauptverbindlichkeiten liegen bei den Banken. Trotzdem gibt es auch andere Gläubiger, ehemalige Kunden, die jetzt plötzlich Rechnungen zum Beispiel für Ersatzwagen bezahlen sollen, die ursprünglich das Autohaus übernehmen wollte.

Die noch ausstehenden Löhne und Gehälter der ehemaligen Mitarbeiter werden über die Agentur für Arbeit abgedeckt, das bestätigte der Insolvenzverhalter. Das Autohaus war den 43 Mitarbeitern bereits im Januar und für einige Tage im Februar die Zahlungen schuldig geblieben. Die ehemals Beschäftigten sind über Insolvenzgeld für drei Monate abgesichert, so der Insolvenzverwalter.

Nach den bisherigen Erkenntnissen deutet nur wenig darauf hin, dass der Geschäftsbetrieb mit Firmeninhaber Joachim Otterbach noch einmal eröffnet werden kann. Eine Insolvenz komme nicht aus heiterem Himmel, sagen Insider hinter vorgehaltener Hand.

Inzwischen erheben ehemalige Mitarbeiter des Autohauses Mahle Vorwürfe gegenüber dem Inhaber. Bis heute wüssten sie nicht, was die genaue Ursache für ihre Kündigungen gewesen sei. Die Auftragslage des Unternehmens sei ihrer Ansicht nach gut gewesen.