Lokale Wirtschaft

"Rechnet sich wirtschaftlich und ökologisch"

Zum Betrieb einer Kläranlage wird viel Energie benötigt. Im Fall des Zweckverbands Gruppenklärwerk Wendlingen entspricht der jährliche Gesamt-Energiebedarf 3,2 Millionen Kilowattstunden. Rund 50 Prozent des Strombedarfs "produziert" das Klärwerk bisher selbst. Dafür sorgt ein Blockheizkraftwerk. Diese Anlage wird gerade teilweise erneuert und soll bei Fertigstellung dann sogar 60 Prozent des Eigenstrombedarfs decken.

GABY KIEDAISCH

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WENDLINGEN Die jetzt zu erneuernde Blockheizkraftanlage wurde 1992 im Sammelklärwerk in Betrieb genommen. Der damit erzeugte Eigenstrom wird ausschließlich in der Kläranlage selbst verbraucht. Ins Stromnetz wird nichts eingespeist. "Nachdem die Anlage zwölf Jahre alt ist, kaufmännisch und technisch abgewirtschaftet ist, ist eine Teilerneuerung erforderlich geworden", so Peter Dietrich, Geschäftsführer des Zweckverbands Gruppenklärwerk Wendlingen. Bei den angelaufenen Sanierungsarbeiten wurden bereits zwei alte Geräte mit jeweils 100 Kilowatt pro Stunde elektrische Energie gegen zwei neue mit einer elektrischen Leistung von je 170 Kilowatt installiert, ein weiteres Aggregat (100 Kilowatt) wurde generalüberholt.

Nach den Angaben von Dietrich soll die Anlage bis zum 6. Dezember wieder in Betrieb genommen werden. Bei der Stromerzeugung wird das bei der Klärschlammausfaulung entstandene Gas in Gasmotoren verbrannt und durch angekoppelte Generatoren nutzbar gemacht. Mit der neuen Anlage wird der Wirkungsgrad für die Stromerzeugung verbessert. Das Blockheizkraftwerk erzeugt bisher 50 Prozent des jährlichen Strombedarfs der Kläranlage. Mit der neuen Anlage sollen es künftig sogar 60 Prozent sein.

Als Wärmequelle genutzt wird auch die Abwärme der Gasmotoren. Damit können im Winter die Gebäude und ganzjährig die Klärschlammfaulbehälter beheizt werden. Auf Grund der geringen Leistung musste aber ein Teil des Klärgases abgefackelt werden. Künftig kann auch hier das Faulgas zu 100 Prozent genutzt werden, womit auch für das Betriebsgebäude kein zusätzlicher Wärmebedarf anfällt.

"Es ist uns ein Anliegen, einen Beitrag zum Energiesparen zu leisten", machte der Verbandsvorsitzende des Gruppenklärwerks Bürgermeister Hans Weil deutlich. Außerdem nutze das Klärwerk mit dem Faulgas eine erneuerbare Energiequelle, womit nicht unerheblich zum Umwelt- und Klimaschutz beigetragen werde. Mit der Faulgasverbrennung wird die

CO2-Bilanz verbessert.

Für die Gruppenkläranlage rentiert sich das auf den neuesten Stand gebrachte Blockheizkraftwerk auf jeden Fall. Für das Klärwerk ist es wirtschaftlicher, die aus dem Faulgas erschlossene Energie selbst zu verwerten, als sie ins Stromnetz abzugeben. Für die Erneuerung der Anlage fallen Kosten in Höhe von 430 000 Euro an. Auch wenn es keine Zuschüsse gibt, weil der Betreiber den gewonnenen Strom selbst verwertet: "Diese Investitionskosten werden sich im künftigen Betrieb rechnen", so Hans Weil.