Lokale Kultur

Rock und das Fünkchen Hoffnung in der Wüste

KIRCHHEIM Der Kirchheimer Rockgitarrist und Komponist Werner Dannemann, 54, ist immer wieder für eine Überraschung gut. Nach zahlreichen Scheiben wie "Love & Bread", "Tigers Labyrinth", "Romantic Discovery", "New Songs of Love" und der mystisch-religiös durchdrungenen "Opera Nova" mit

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RICHARD UMSTADT

"Jesus on the mount of olives" alle in Englisch kehrt der "schwäbische Jimi Hendrix" nun "back to the roots", zurück zu seinen muttersprachlichen Wurzeln. Nein, nicht schwäbisch textet und singt er auf seiner neuesten CD "Sahara", aber immerhin in der in allen deutschen Landen verständlichen Schriftsprache.

Auf gut Deutsch von wenigen Fremdwörtern abgesehen widmet sich Werner Dannemann in zwölf Songs, pardon, Liedern, Beziehungskisten, seinem Selbstfindungsprozess, der Sehnsucht nach ihr, dem Geschlechterkampf beziehungsweise Geschlechterkrampf, der holden Gladine unter Paris' "Zweifelturm", dem männlichen Spieltrieb, der überirdischen Liebe und dem Quäntchen Hoffnung, dass ein Wüstendurchquerender haben muss. Themen, die so alt sind wie die Menschheit, aber immer noch hoch aktuell. Diesmal im gitarrenbetonten, rockigen Stil der 60er- und 70er-Jahre wie könnte es bei dem Gitarrero, der im zarten Alter von 13 Jahren die "Froggs" anführte, auch anders sein.

Die alten Riffs klingen frisch, die Anleihen an Cream, Stones, Beatles, Kinks, Spencer Davies Group, Genesis und andere sind nicht zu überhören. Rock-Blues in bester britischer Tradition, aber diesmal nicht in der Sprache "Ihrer Majestät".

Mit von der Partie bei seinem, wie Werner Dannemann behauptet, letzten eigenen Projekt ("danach spiel ich nur noch Hendrix und die alten Sachen"), sind seine getreuen Esslinger Rockfreunde Bernd Berroth am Bass und Peter Knapp am Schlagzeug sowie Sängerin Daniela Epple am Keyboard und Elke Rogge, Drehleier, Querflöte und ebenfalls Gesang, beide bekannt durch "Opera Nova" und andere Dannemann-Projekte.

Produziert wurde die Scheibe von Dannemanns "Felsmusik Produktion", aufgenommen im Dreikönigskeller Kirchheim, im Neckarsound Studio Tübingen und anderswo. Der Musiker, der seit über 40 Jahren auf der Bühne steht, komponierte und textete die Stücke seiner ersten deutschsprachigen CD innerhalb von 14 Tagen genau vor einem Jahr.

"Sahara" wird in Kirchheim erstmals am morgigen Freitag, 26. Januar, ab 20.30 Uhr im club bastion aufgeführt, gefolgt von einem weiteren Konzert am Samstag, 27. Januar, ebenfalls um 20.30 Uhr. Karten gibt es nicht nur an der Abendkasse, sondern auch im Vorverkauf bei Juwelier Schairer am Rathaus in Kirchheim.