Lokale Kultur

"Salam alaikum auf dem persischen Markt" am Fuße der Schwäbischen Alb

LENNINGEN Salam alaikum basari friedlich, fröhlich, farbenprächtig und natürlich fremdländisch ging's zu bei dem musikalischen Spiel "Auf dem persischen

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ERIKA HILLEGAART

Markt. Vera Reinold hatte es mit drei Kindergruppen der musikalischen Früherziehung in Szene gesetzt zur Musik von Peter Tschaikowsky und Albert Ketelbey, mit Liedern von Sybille Günther und Ahmet Betkas. Günter Romberg und Gerlinde Korell leiteten das Musikschulorchester und den Lenninger Musizierkreis.

Eine "konzertierte Aktion" mit großem Aufgebot präsentierte die Musikschule Lenningen in der Aula des Karl-Erhard-Scheufelen-Bildungszentrums. Mitten im Winter lud sie ein zu einer klingenden Reise in ein orientalisches Land, in das Ursprungsland von 1001 Märchen, von feinsten Früchten, prächtigen Pelzen und Teppichen und dem königlichen Schach. Spielend und vorurteilsfrei sollten Vorschulkinder den Orient entdecken. Das ist ein Kontrastprogramm zu den belastenden Nachrichten aus dem Nahen Osten und zu neuerlichen Drohgebärden der Kriegsmächtigen.

Die Kinder ließen sich auf die Spuren einer fremden Kultur entführen. Und wie? Was können Kinder am allerbesten? Sie spielen und singen und klatschen, sie tanzen, turnen und trommeln.

Die erfahrene Pädagogin Vera Reinold hat diese ursprünglichen Qualitäten gebündelt und die Kinder Schritt für Schritt durch das orientalische Bilderbuch geführt. Auf die gut und bunt betuchte Bühne wurden die rund dreißig Kids mit der bekannten Märchenmusik der Nussknackersuite gelockt. Da konnten die zahlreichen Gäste allesamt bewundern: die Kamele und Kameltreiber, die Bettler, Händler und Handelnden, den Kalifen, die Prinzessin mit ihrem Hofstaat, die Gaukler und gar die Schlangenbeschwörer. "Will die Karawane reisen, müssen die Kamele mit. Doch sie sind sehr stolz und eigen, wiegen sich im Wiegeschritt".

Zu den Anklängen fremder Rhythmen und Tonfolgen bewegten sich die kleinen Schauspieler und lernten so, dass die Musik unterschiedliche Gefühle vermitteln kann. Die beiden Instrumentalgruppen gewährten mit ihrem sicheren und schönen Musizieren eine vielstimmige Tonkulisse für das Treiben auf dem persischen Markt.

Der Trommler und die Klangstabspieler sorgten für Rhythmus und Spielfluss. Mit Szenenapplaus sparten die Besucher nicht bei fein musizierten Szenen der beiden Ensembles, bei quirlig lebendigen Kinderspiel auf der Bühne, bei akrobatischen Leistungen der Gaukler auf dem Basar und bei der Schlangenbeschwörung.

Die Mütter der kleinen Mimen hatten mit für den Erfolg der Inszenierung gesorgt und ihre Kinder kostümiert mit Turbanen, Schärpen, Pluderhosen, Schleiern, Prinzessinnenkleidern und Kamelbuckeln ausstaffiert. Verkleiden macht Spaß und Rollenspiele machen stark. So zauberten die fünf Gruppen der Musikschule Lenningen unter der Teamregie ein märchenhaftes Mini-Musical auf die Bretter: das war natürlich erfrischend und quicklebendig. Und junge Talente sind geweckt und entdeckt. Auf dem Markt lerne man die Leute kennen, weiß ein altes orientalisches Sprichwort. Mit dem "Arabischen Tanz" aus der Nussknackersuite verabschiedete sich die Schauspielerschar. Die Kinder winkten und wirbelten mit Schleiern, Schals und Tüchern. "Stoffe vom Feinsten kosten ein paar Piaster, acht, vier, sechs, fünf meschi abgemacht!"

Viel Beifall gab es für das märchenhafte Mini-Musical. Numkin heißt auf deutsch vielleicht möglich. Vielleicht ist der spielerische Zugang der Schlüssel zu fremden Kulturen, vielleicht ist dies die Zauberformel "Sesam öffne dich". Ja, mit Spielen ist vieles leichter.

Rektor Erich Merkle, der erste Vorsitzende der Musikschule Lenningen, lobte Mimen und Musikanten und würdigte dieses Gemeinschaftserlebnis. "Erwachsene und Kinder spielen zusammen, das ist erwähnenswert". Dieser Markt der musikalischen Möglichkeiten bestärke auch die künftige Arbeit der Musikschule. Er bedankte sich bei Gerlinde Korell, Vera Reinold und Günter Romberg bei allen Mitwirkenden.

In den überreichten Blumengebinden seien die Tulpen aus Persien eingeflogen worden. "Salam alaikum" ein Friedens-Blumen-Gruß.