Kirchheim

Schempp-Hirth: Eine Weltfirma im Porträt

Seit 1938 sitzt der Segelflughersteller Schempp-Hirth in Kirchheim. Ursprünglich wurde die Firma vor 81 Jahren von Martin Schempp in Göppingen gegründet – damals noch mit vier Mitarbeitern. Doch noch innerhalb des Jahres 1935 stieg die Belegschaft auf 25. 1936 konnte alle 14 Tage ein Segelflugzeug des Modells Gö-1 „Wolf“ ausgeliefert werden. Die Firma wuchs in den ersten Jahren rasch. Schon zwei Jahre später war klar: Die Räumlichkeiten in Göppingen reichen nicht mehr aus. Der Umzug nach Kirchheim stand an. Außerdem übernahm der Kons­trukteur Wolf Hirth die Hälfte der Firma. Die beiden Segelflieger Schempp und Hirth kannten sich zu diesem Zeitpunkt schon seit Jahren: Hirth war es, der Martin Schempp nach einem langjährigen USA-Aufenthalt dazu bewegte, zurück nach Deutschland zu kommen, um dort an einer Segelflugschule als Lehrer zu unterrichten. Schon in den USA hatte Schempp bei einem Flugzeughersteller gearbeitet. Seit Charles Lindbergh 1927 als Erster alleine den Atlantik überflog, hatte er sich vorgenommen, sich voll und ganz der Fliegerei zu verschreiben. Als Wolf Hirth 1959 bei einem Flug tödlich verunglückte, kam der Ingenieur Klaus Holighaus zu Schempp-Hirth, der die Firma 1977 vollständig übernommen hat. Unter seiner Leitung entstanden unter anderem die Typen Ventus, Nimbus und Dis­cus. Holighaus war selbst begeisterter Flieger: Er gewann vier deutsche Meisterschaften, vier Europameisterschaften und stellte einige Weltrekorde auf. Damit gilt er als einer der erfolgreichsten Segelflieger seiner Zeit. Auch er verunglückte 1994 am Rheinwaldhorn in der Schweiz tödlich. Heute leiten seine Frau Brigitte und sein Sohn Tilo Holighaus den 100 Mann starken Betrieb in Kirchheim. Schempp-Hirth gilt als Weltmarktführer im Segelflugzeugbau. Laut einer Firmenbroschüre wurden etwa die Hälfte aller möglichen Weltmeistertitel mit Schempp-Hirth-Modellen geflogen. In einem Jahr werden in Kirchheim rund 100 Segelflugzeuge produziert.mona

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