Lokale Wirtschaft

Schmerzliche Steuereinbußen

Nur die Rücklagen retten Schlierbach vor der Schuldenaufnahme

Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist auch für Schlierbach nicht ohne Folgen geblieben. Das wurde bei der Vorstellung und Verabschiedung des Rechnungsabschlusses für 2009 in jüngster Gemeinderatssitzung deutlich. Nur durch eine Entnahme von beinahe 3,6 Millionen Euro konnte die Gemeinde im vergangenen Jahr einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen.

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Volkmar Schreier

Schlierbach. „Der Abschluss des Haushaltsjahres 2009 ist für mich der ungewöhnlichste meiner Laufbahn“, sagte Bürgermeister Paul Schmid bei der Vorstellung des Zahlenwerkes. Ausgelöst durch die Finanz- und Wirtschaftskrise musste die Gemeinde einen schmerzlichen Rückgang bei der Gewerbe- und Einkommenssteuer hinnehmen. Allein die Einnahmen aus der Gewerbesteuer, die im Jahr 2008 mit rund 6 Millionen einen Rekordwert erreicht hatten, sind auf rund 1,2 Millionen Euro im Jahr 2009 förmlich abgestürzt.

Dazu kommt, dass die Umlagenlast, bedingt durch das wirtschaftlich erfolgreiche Jahr 2007, erheblich angestiegen ist. So musste die Gemeinde mehr für die Umlagen aufwenden, als sie im Jahr 2009 überhaupt eingenommen hat – ein Minus, das durch die Rücklagenentnahme aufgefangen werden musste. Das Finanzpolster der Gemeinde ist dadurch unerwartet schnell zusammengeschmolzen und beträgt nun noch rund 3,5 Millionen Euro.

Ein Polster, das womöglich bald aufgebraucht sein wird. Kämmerer Steffen Mayer geht davon aus, dass das Jahr 2010 nicht besser wird als das vorhergehende: „Die Rücklagen werden wohl Ende des Jahres aufgebraucht sein.“ Für das Jahr 2011 bedeute das mit ziemlicher Sicherheit, dass die Gemeinde Kredite aufnehmen wird müssen. Und auch der Bürgermeister geht nicht von einer schnellen Erholung der Gemeindefinanzen aus: „Ich rechne in den nächsten zwei, drei Jahren nicht mit einer großartigen Besserung“.

Immerhin hat sich die Gemeinde Schlierbach in den vergangenen Jahren durch ihre Haushaltspolitik genügend Spielräume verschafft. So konnte die Verschuldung der Gemeinde erneut zurückgefahren werden.

Der aktuelle Schuldenstand beträgt gerade noch 121 000 Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von knapp 32 Euro entspricht.