Lokale Wirtschaft

Schneider Form baut Personal ab

Die anhaltend schwache Nachfrage der Automobilindustrie zwingen den Dettinger Formenbauer Schneider Form zum Personalabbau. 20 bis 25 Mitarbeiter werden nach Auskunft von Geschäftsführer Dr. Louis Schneider ihren Job verlieren.

FRANK HOFFMANN

Anzeige

DETTINGEN "Wir bedauern diesen Schritt sehr, aber leider sind die Kündigungen nicht zu vermeiden", sieht Dr. Schneider keine Alternative zu dem Personalabbau um rund zehn Prozent der Belegschaft. Betroffen sind hauptsächlich Mitarbeiter aus dem Bereich Druckguss-Werkzeuge. Zu schaffen macht dem Formenbauer vor allem die schwache Nachfrage der Autobauer. Über 90 Prozent seines Umsatzes macht Schneider Form mit Aufträgen der Automobilindustrie und deren Zulieferern. Entsprechend hart trifft das Unternehmen die bereits seit einiger Zeit zu beobachtende große Zurückhaltung der Branche, vor allem was neue Modelle betrifft. Demzufolge gering ist auch der Bedarf an neuen Formen.

Zudem, so Dr. Louis Schneider, würden viele Fahrzeughersteller inzwischen Aufträge, die in der Vergangenheit immer nach außen vergeben wurden, wieder ins Unternehmen zurückholen, um den eigenen Betrieb auszulasten. Hinzu komme auch noch der Trend zur Vereinheitlichung vieler Fahrzeugteile, sodass aufgrund des Auftragsrückgangs eine Personalanpassung unvermeidlich wurde, sagt der Geschäftsführer des Dettinger Unternehmens, das derzeit einschließlich der Auszubildenden 225 Mitarbeiter beschäftigt.

Nach etlichen sehr guten Jahren "mit einem außerordentlichen Wachstum" und Neueinstellungen komme der Betrieb nun leider aufgrund der schwachen Auftragslage um diesen Abbau nicht herum. Insgesamt sieht Dr. Schneider die Firma nach diesem Einschnitt wieder gut aufgestellt und für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.

Erst vor wenigen Wochen hatte Schneider Form den portugiesischen Formenbauer CRMoldes S.A. in Oliveira de Azemeis übernommen. Diese Übernahme stehe in keinem Zusammenhang mit dem Personalabbau in Dettingen, betont Schneider, "es ist auch nicht geplant, Arbeitsplätze nach Portugal zu verlagern." Vielmehr handle es sich bei dem Einstieg um eine sinnvolle Ergänzung des Produktportfolios. Während in Dettingen Werkzeuge über 20 Tonnen gefertigt werden, haben sich die Portugiesen auf den Bau kleinerer Werkzeuge in erster Linie im Bereich zwischen 10 und 20 Tonnen spezialisiert. "Damit kommen wir auch dem Wunsch vieler Kunden entgegen, die möglichst alle Werkzeuge von einem Lieferanten beziehen wollen." Die seit 1980 bestehende CRMoldes gehört mit rund 100 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von Formen für die Automobilindustrie in Portugal und wird künftig unter Schneider Form Portugal firmieren.