Kirchheim

Schulen verschieben ihre Zeitpläne

Prüfungen Wegen der Coronakrise endet das Schuljahr für die Abschlussklassen erst mit den Sommerferien.

Der Unterricht geht an den Schulen bislang nahezu normal weiter. Foto: Jean-Luc Jacques
Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Die Abschlussprüfungen an den Schulen sind um einen Monat nach hinten verschoben. Das hilft, um Zeit zu gewinnen - Zeit im Kampf gegen das Coronavirus, aber auch Zeit, die durch die Schulschließungen bis zu den Osterferien verlorengegangen ist. Stattdessen droht nun aber die Zeit vor Schuljahresende knapp zu werden, um noch das volle Prüfungsprogramm fah­ren zu können. Mögliche Alternativen wären abgespeckte Prüfungen, Vereinfachung der Korrekturen oder gar die Berechnung eines Notenschnitts aus den bisherigen Leistungen, falls keinerlei Examen mehr möglich sind.

Letzteres scheint derzeit zwar auch für Schleswig-Holstein vom Tisch zu sein. Aber Clemens Großmann, Rektor der Freihof-Realschule und Geschäftsführender Schulleiter in Kirchheim, will nicht ausschließen, dass es vielleicht doch noch so kommt: „Der Zeitplan, den wir jetzt haben, ist sehr, sehr eng. Für die mündlichen Prüfungen an den Realschulen bleiben uns nur die letzten anderthalb Wochen vor den Sommerferien.“ Deswegen rechnet Clemens Großmann damit, dass vielleicht gewisse Teile der Prüfungen noch gestrichen werden, aber auch damit, dass die Zweitkorrekturen an den Realschulen zumindest nicht an andere Schulen gehen. Dadurch ließe sich viel Zeit und Aufwand sparen. Ein anderes Problem sind die Klassenarbeiten, die vor dem Examen noch zwingend anstehen, wegen der Anmeldenoten.

Wann öffnen die Schulen wieder?

Die ausstehenden Klausuren bringen auch die Gymnasien in die Klemme. Hans-Ulrich Lay, Konrektor des Schlossgymnasiums, hat jetzt neue Klausurenpläne erstellt, die er bis Ende der Woche digital verteilen will. Zur Straffung des Abiturs verweist auch er auf den hohen Aufwand von Zweit- und Dritt-Korrekturen, die normalerweise nicht an der eigenen Schule erfolgen. Vielleicht müsste man das ausnahmsweise einmal anderes regeln. Die Zeitpläne an seiner Schule sind eng getaktet, aber sie würden funktionieren. Der Konjunktiv ist deshalb angebracht, weil Hans-Ulrich Lay auf die Grundbedingung verweist: „Entscheidend ist, ob wir tatsächlich am 20. April wieder normalen Unterricht anbieten können.“

Für Marlon Lamour, den Konrektor der Teck-Realschule, ist dieser Termin ebenfalls der entscheidende: „Da geht es um die Gesundheit, und die sollte auf jeden Fall im Vordergrund stehen.“ Ob die Abschlussprüfungen dann in irgendeiner Form vereinfacht werden oder nicht, sei im Vergleich zur Gesundheitsgefahr nicht so wichtig. Trotzdem betont er: „Ich hätte gerne ordentliche Prüfungen, damit die Abschlüsse vergleichbar sind.“ Andreas Volz

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