Kirchheim

Skulpturen machen sich auf den Weg

Ziegelhütte In einem Jahr und einem Monat will die Jugendhilfeeinrichtung am Randecker Maar ihren dritten Kunst- und Aktionspfad eröffnen – mit „optischem Konzert“ zum Lichterfest. Von Andreas Volz

Kunst- und Naturfreunde sollen wieder gleichermaßen auf ihre Kosten kommen: beim Kunst- und Aktionspfad 2019.Foto: Dieter Ruoff
Kunst- und Naturfreunde sollen wieder gleichermaßen auf ihre Kosten kommen: beim Kunst- und Aktionspfad 2019.Foto: Dieter Ruoff

Die Jugendhilfeeinrichtung Ziegelhütte am Randecker Maar blickt nach vorn: Nach dem Brand des alten Schafstalls im November gibt es keinen Stillstand, sondern allenfalls eine kurze Atempause. Das Gebäude soll als Neubau entstehen - wie der berühmte Phönix aus der Asche. Allerdings gibt es dazu im Moment eher vage Vorstellungen als konkrete Pläne. Zu viele Details sind dazu im Vorfeld einfach noch abzuklären.

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Richtiggehend „in der Mache“ ist dafür der neue Kunst- und Aktionspfad: Nach der erfolgreichen Premiere 2012 und der nicht weniger erfolgreichen Fortsetzung 2015 soll kommendes Jahr eine dritte Runde folgen - mit dem bewährten Konzept und der bekannten Wegeführung, aber wieder mit gänzlich neuen Kunstwerken. Ein besonderer Schwerpunkt dürfte dieses Mal auf der Fotografie liegen.

Noch bleiben der Ziegelhütte 13 Monate Vorlaufzeit, bevor es richtig ernst wird mit dem dritten Kunst- und Aktionspfad am Randecker Maar. Trotzdem liegt der Eröffnungstermin schon fest: Samstag, 29. Juni 2019, 14 Uhr. Die Schirmherrschaft ist noch nicht zugesagt, aber Ziegelhütten-Geschäftsführer Hendrik van Woudenberg hat bereits im Büro des Ministerpräsidenten „vorgefühlt“, ob der Landesvater wieder persönlich seine schirmende Hand über den Skulpturenpfad halten könnte. „Schön wäre es, wenn Winfried Kretschmann auch persönlich die Zeit fände, um uns am Randecker Maar zu besuchen“, meint Hendrik van Woudenberg, der in diesem Fall auf die lange Vorplanung vertraut. Vielleicht gibt es ja im Sommer 2019 tatsächlich noch etwas Luft im Terminkalender des Ministerpräsidenten.

Terminkollisionen sind für die Ziegelhütte aber kein Problem, sondern allenfalls eine Herausforderung, die es zu meistern gilt: Ein Beispiel dafür sind die Pfingstferien, die nächstes Jahr auf Mitte Juni fallen. „Deshalb fangen wir auch etwas später an, eine Woche nach Ferienende“, erzählt Hendrik van Woudenberg. Wie schon 2015, sollen die Skulpturen auf dem Pfad bis Ende August stehen bleiben. Das letzte richtige Veranstaltungswochenende soll dafür bereits in den Sommerferien liegen, am 27. und 28. Juli 2019. Die Verschiebung des Abschlusswochenendes ist einerseits dem verspäteten „Aktions“-Beginn geschuldet, andererseits aber einer weitern Terminkollision: Eines der Wochenenden während des Skulpturenpfads rund um Ochsenwang ist nämlich der Kerngemeinde Bissingen gewidmet, die 2019 ihr großes Jubiläum begeht.

„Zum Festwochenende beteiligt sich die Ziegelhütte mit einem eigenen Wagen am Umzug“, sagt Hendrik van Woudenberg. Die Skulpturen werden an diesem Wochenende zwar nicht verhüllt oder gar weggeräumt. Wer sich den Kunst- und Aktionspfad zur Jubiläumsfeier anschauen möchte, wird auch einen Kaffee an der Ziegelhütte erhalten. Aber ein großes Wochenendprogramm ist ausnahmsweise nicht geplant - um den Bissingern unten im Tal nicht in den Rücken zu fallen.

Für die anderen Wochenenden ist aber wieder ein spezielles Programm vorgesehen - sei es Open-Air-Kino, Musik, Theater oder Mittelalter. Auch ein Lichterfest ist wieder fest eingeplant. In diesem Fall soll die Fotografie eine Rolle spielen: Die Ziegelhütte will unter anderem mit „Kages Mikroversum“ auf Schloss Weißenstein zusammenarbeiten. Dort gibt es extrem vergrößerte Fotografien zu sehen, die Mikrostrukturen zeigen. Dem menschlichen Auge bleiben solche Details verschlossen. Die Technik ermöglicht aber trotzdem faszinierende Bilder. Im Rahmen eines „optischen Konzerts“ sollen solche Fotos eine wesentliche Rolle beim Lichterfest spielen. Weitere Fotos, die beim Kunst- und Aktionspfad inszeniert werden sollen, gehören zum Projekt „One day I will“ des französischen Fotografen Vincent Tremeau.

Fürs Theaterwochenende hat Adelheid Kreisz zwei Benefiz-Schattenspielaufführungen angeboten. Die Einnahmen sollen dem bereits erwähnten Schafstallprojekt zugutekommen, das nach dem Brand jetzt erst einmal eine Umplanungsphase durchlaufen muss.

Die Detailplanung für den Pfad erfolgt in den kommenden 13 Monaten. Eins aber steht für Hendrik van Woudenberg jetzt schon fest: „Vieles ist inzwischen einfacher geworden. Wir merken, dass wir nach zwei Durchgängen schon viel Erfahrung mitbringen.“ Vielleicht die schönste Erfahrung: „Viele Menschen fragen schon ganz ungeduldig nach, wann wir wieder so was anbieten.“

Hier noch einmal die Antwort auf diese Frage: vom 29. Juni bis zum 28. Juli 2019 mit vollem Programm - und bis Ende August mit der Möglichkeit, die Skulpturen ohne weitere Nebenangebote noch einmal in aller Ruhe zu genießen.