Lokale Wirtschaft

Stabile Mehrheit für neues Möbelhaus

Franz Rieger hat auf dem Weg zum neuen Möbelhaus in Sirnau einen wichtigen Etappenerfolg erzielt. Nach den jüngsten Sitzungen im Esslinger Rathaus darf er sicher sein, dass die Stadt ihm das benötigte Grundstück verkauft. Rieger peilt für 2007 den ersten Spatenstich an.

HERMANN DORN

Anzeige

ESSLINGEN Am 8. Mai kommt es im Esslinger Gemeinderat zum Schwur. Die Stadträte entscheiden an diesem Tag, ob das Göppinger Möbelhaus den Zuschlag für das städtische Grundstück in Sirnau erhält. Nach der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses gibt es keinen Zweifel mehr, dass sich eine breite Mehrheit dafür aussprechen wird, die Weichen für Rieger zu stellen. CDU und SPD empfahlen mit ihrer Mehrheit von zehn Stimmen dem Gemeinderat, das Areal an Rieger zu verkaufen. Freie Wähler und Grüne sorgten erwartungsgemäß für vier Gegenstimmen. Edward-Errol Jaffke (CDU) und Andreas Koch (SPD) sehen sich durch den klaren Ausgang in ihrer Einschätzung bestätigt, dass es eine verlässliche Basis für das Vorhaben gibt.

Wenn auch der Gemeinderat am 8. Mai grünes Licht gibt, bleibt nur noch die Aufgabe, die letzten Einzelheiten des Kaufvertrags zu klären. Finanzbürgermeister Bertram Schiebel vermag in diesem Stadium keine Hindernisse mehr zu erkennen. Das gilt für den Grundstückspreis, der bei 13,7 Millionen Euro liegt, ebenso wie für die strengen Auflagen zum Randsortiment.

Rieger und Schiebel betonen, dass sie den Kaufvertrag möglichst rasch abschließen wollen. Möglicherweise schreiten sie zur Unterschrift, noch bevor der neue Bebauungsplan in Kraft tritt. Schließlich hegt niemand Zweifel am Ausgang des Verfahrens. Alles andere als eine rechtliche Absicherung des Möbelhauses wäre eine Überraschung. Dem Risiko, dass es doch zu unvorhergesehenen Entwicklungen kommt, können beide Seiten durch ein Rücktrittsrecht vorbeugen.

"Wir wollen 2007 mit den Bauarbeiten beginnen", kündigt Rieger an. Sein ehrgeiziger Zeitplan sieht vor, die Arena bereits im Herbst nächsten Jahres zu eröffnen. Der Unternehmer, der in Sirnau insgesamt 35 bis 40 Millionen Euro (einschließlich Grundstückskauf) investieren will, hält diese Termine für realistisch. Weil sich der Investor mit Rücksicht auf das Esslinger Rathaus schon früh gezwungen sah, sehr präzise Vorstellungen zu entwickeln, besitzt er schon jetzt ein ausgereiftes Konzept. "Über Architektur und Verkehr müssen wir nicht mehr nachdenken." Nur die Wahl der Farben steht noch aus.

Im Esslinger Rathaus verfolgt Verkehrsplaner Ulrich Thäsler entspannt, wie das Möbelhaus auf den Weg gebracht wird. Neue Zählungen auf der Dieter-Roser-Brücke bestätigen ihn in der Einschätzung, dass der Knotenpunkt den Verkehr bewältigen kann. Frühere Prognosen, die von einer ausreichenden Leistungsfähigkeit der Straßen ausgehen, korrigiert er. "Im März haben wir erhoben, dass auf der Dieter-Roser-Brücke täglich 16 000 Fahrzeuge unterwegs sind." Vor einem Jahr waren die Verkehrsexperten noch von 20 000 Fahrzeugen ausgegangen. Im Licht der neuen Zahlen kommt Thäsler zu dem Schluss: "Das Netz verkraftet die 3000 Fahrten, die mit dem Möbelhaus zusätzlich entstehen werden."