Lokale Wirtschaft

Stattliche Bäume dank königlicher Saat

Anlässlich des 150. Geburtstags von Riesenmammutbäumen erinnert der Landkreis an deren Ursprung

Vor genau 150 Jahren wurden auf Initiative des württembergischen Königs Wilhelm I. tausende Riesenmammutbäume im einstigen Königreich gepflanzt. Aus den winzigen Samen sind längst stattliche Bäume geworden, die auch im Landkreis Esslingen an mehreren Standorten zu finden sind. Das Forstamt des Landkreises hat zum 150. Geburtstag dieser Riesenmammutbäume große Infotafeln aufgestellt.

Infotafeln weisen auf die Geschichte der Mammutbäume im Landkreis Esslingen hin.Foto: pr
Infotafeln weisen auf die Geschichte der Mammutbäume im Landkreis Esslingen hin.Foto: pr

Kreis Esslingen. Vermutlich hat alles mit einem Missverständnis begonnen: Im Jahr 1864 beauftragte der württembergische König Wilhelm I. die königliche Bau- und Gartendirektion sowie die königliche Forstdirektion, Samen des „Sequoiadendron giganteum“ aus Nordamerika zu beziehen. Es wurde nur ein Pfund des Samens bestellt, nicht wissend, dass der riesige Baum den aller­kleinsten Samen hat und man aus 500 Gramm Samen 100 000 Bäumchen ziehen konnte. Sie kamen zur Aussaat in die Wilhelma.

Anzeige

1865/66 begann die königliche Forstdirektion damit, die Jungbäume in den württembergischen Wäldern auszupflanzen. Eines der bekanntesten Exemplare im Landkreis Esslingen steht an den Schlössles-Seen bei Baltmannsweiler. Ein Mammutbaum im Forstrevier Aichtal stammt ebenfalls nachweislich aus der Wilhelmasaat. Ähnlich alte Bäume – jedoch ohne Herkunftsnachweis aus der geschichtsträchtigen Wilhelmasaat – gibt es außerdem in den Forstrevieren Kirchheim, Plochingen, Nürtingen, Plattenhardt und Denkendorf. Das Forstamt hat nun an allen Baumstandorten Tafeln aufgestellt, die über die besondere Geschichte der Bäume informieren, die auch unter dem Namen „Wellingtonien“ bekannt sind.

Gemessen an ihren Verwandten in Nordamerika, die mehrere Tausend Jahre alt sind und einen Durchmesser von bis zu elf Metern erlangen können, befinden sich die Mammutbäume im württembergischen Landesteil in vergleichsweise jugendlichem Alter. Sie haben inzwischen eine Höhe von rund 50 Metern erreicht. Typisch ist die rotbraune Rinde, die den Baum in seiner Heimat vor häufig auftretenden Waldbränden schützt. In den kleinen Zapfen bilden sich winzige Samen, die von Eichhörnchen verbreitet werden. Die Samen keimen vor allem nach Waldbränden, wenn die Humusauflage und die Konkurrenzvegetation verbrannt sind und der Boden von der Asche „gedüngt“ wurde.la