Lokale Wirtschaft

Steht Autohaus Mahle kurz vor der Insolvenz?

Seit vergangener Woche hat das Autohaus Mahle in Wendlingen geschlossen. Die Kunden wurden davon überrascht, als sie plötzlich vor verschlossenen Türen standen.

GABY KIEDAISCH

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WENDLINGEN Telefonisch ist das Autohaus ebenfalls nicht mehr zu erreichen, lediglich ein Anrufbeantworter verweist bei Notfällen auf zentrale VW- beziehungsweise Audi-Servicenummern. Ein leer geräumter Hof und leer stehende Verkaufsräume lassen nichts Gutes erahnen. Alle 43 Mitarbeiter sollen bereits die Kündigung in der Tasche haben, heißt es aus verlässlichen Kreisen. Die Firma in der Boßlerstraße sei im Begriff Insolvenz anzumelden.

Beim Amtsgericht in Esslingen lag bis Montagnachmittag kein Insolvenzantrag vor. Von der Krisensituation des Unternehmens seien die Mitarbeiter in der vergangenen Woche von der Geschäftsleitung unterrichtet worden, wurde verlautbar. Vergangenen Freitag sollen die Beschäftigten dann bereits ihre Kündigungen erhalten haben. Am Montag sei das Arbeitsamt im Haus gewesen. Während außerhalb der Firma keine Aktivitäten stattfinden, in der Werkstatt gähnende Leere herrscht, sind mehrere Mitarbeiter der Verwaltung tätig.

Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens zu den Vorgängen ist derzeit nicht zu erhalten. Über die Hintergründe der Betriebseinstellung wollte sich zum jetzige Zeitpunkt auch der Rechtsanwalt von Inhaber Joachim Otterbach nicht äußern. Dabei hat das Unternehmen ziemlich genau vor fünf Jahren seine Neueröffnung mit einem großen Fest gefeiert. Mit dem Anbau einer vergrößerten und modern gestalteten Ausstellungshalle mit Bürozonen wurde der Blick verheißungsvoll in die Zukunft gerichtet.

Joachim Otterbach hatte nach dem Tod des Firmengründers Helmut Mahle 1996 die Firmenleitung übernommen. Seit 1999 ist der diplomierte Wirtschaftsingenieur alleiniger Inhaber des Unternehmens. Unter seiner Regie hatten sich die Umsatzzahlen bis vor fünf Jahren vervierfacht. Auch der Mitarbeiterstand hatte auf Grund des guten Zuwachses vergrößert werden müssen. Von anfänglich 16 Beschäftigten wuchs das Unternehmen auf mittlerweile 43 an.

Ob es einen Sozialplan für die Mitarbeiter geben wird oder was letztlich das Unternehmen in die Krise gestürzt hat, darüber kann derzeit nur spekuliert werden.