Lokale Wirtschaft

Studentenzahl nähert sich der 4 000er-Marke

"Für so viele Menschen ist dieser Raum nicht ausgerichtet", entschuldigte sich Professor Dr. Hans-Karl Hauffe bei all denen, die in der Aula der Nürtinger Hochschule im Scheimenwasen keinen Sitzplatz mehr bekommen konnten. So mussten einige der 550 Erstsemester-Studenten den Begrüßungsansprachen im Stehen zuhören.

NÜRTINGEN "Sie haben offensichtlich alle Hürden erfolgreich übersprungen", galt Professor Hauffes Willkommensgruß zunächst denjenigen, die in einem hochschulinternen Verfahren auch noch eine besondere Studierfähigkeit unter Beweis hatten stellen müssen, bevor sie den ersehnten Immatrikulationsbescheid in Händen halten konnten. Auf diese Weise ausgewählte Studenten seien erfahrungsgemäß den Anforderungen des jeweiligen Studienganges besser gewachsen.

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In Vertretung von Rektor Klaus Fischer, der zeitgleich die Begrüßung der Erstsemester am Hochschul-Standort Geislingen vornahm, gab der Prorektor bekannt, dass sich zum Jahreswechsel auch der Name der Schule ändern werde: Aus der Hochschule Nürtingen wird am 1. Januar 2005 die "Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen". Gewöhnungsbedürftig seien seiner Einschätzung nach auch die neuen Bezeichnungen der Abschlussgrade Bachelor und Master, die nach und nach die Diplomstudiengänge ersetzen werden. Dies diene vor allem einer Harmonisierung der Hochschul-Abschlüsse im EU-Raum. Einzelne Unternehmen hätten ihre Stellenangebote bereits daran ausgerichtet, was aber keineswegs von Nachteil für angehende Diplomanden sei.

Für alle Studiengänge, ob Diplom, Bachelor oder Master, behalte als spezifisches Merkmal der Praxisbezug seine herausragende Bedeutung. Sowohl was die Ausrichtung der Inhalte an den Anforderungen der Praxis betrifft als auch die Biografie der Lehrenden werde man an den engen Kontakten zu den Betrieben festhalten. Mit 3 900 Studierenden (2 500 allein in Nürtingen) nähere man sich allmählich der 4 000er-Marke. 70 Prozent davon widmeten sich den Wirtschaftsfächern, während sich die restlichen 30 Prozent auf die Agrarwirtschaft, Wirtschaftsrecht, Landschafts- und Stadtplanung sowie die Masterstudiengänge Umweltschutz und International Landscape Architecture verteilten.

Um dem nationalen und internationalen Wettbewerb gewachsen zu sein, muss sich die Fachhochschule einer regelmäßigen Bewertung durch Studierende und Absolventen stellen. Darüber hinaus will man in Zukunft vermehrt auf Forschungsaktivitäten setzen. Mehr als eine halbe Million Euro habe das der Hochschule angeschlossene Institut für Angewandte Forschung (IAF) 2003 an Drittmitteln gesammelt.

Zu Eigeninitiative und Engagement forderte der Prorektor seine künftigen Schützlinge auf: "Verhalten Sie sich ruhig uncool, mit Desinteresse und Lässigkeit werden Sie hier nicht viel erreichen." Engagement forderte auch die Gleichstellungsbeauftragte der Nürtinger Hochschule, Professor Dr. Margot Körber-Weik, von den Neuankömmlingen.

Für die Stadt hatte es Bürgermeister Rolf Siebert übernommen, die Mitbürger auf Zeit willkommen zu heißen. Trotz des Hinweises auf die Tätigkeit der "Kontrolleure des ruhenden Verkehrs" konnte er doch auf ein allgemein ausgezeichnetes Verhältnis zurückblicken, das Stadt und Hochschule immer verbunden habe. Eine Bemerkung konnte er sich dann aber doch nicht verkneifen. In dem Bewusstsein, so manchem Nürtinger aus dem Herzen zu sprechen, fand er, man könne "den alten Namen eigentlich beibehalten".

nz