Lokale Wirtschaft

Supermarkt öffnet „definitiv wieder“

Der Edeka-Markt im Kircheimer Öschweg hat seit dem Hagel geschlossen – Jetzt wird das Dach saniert

Es ist ein Hagelschaden mit immensen Auswirkungen: Seit fast sechs Wochen hat der Edeka-Markt im Kirchheimer Öschweg schon geschlossen – und die Dachreparatur dauert an. Langfristig ist die Nahversorgung aber nicht in Gefahr: Betreiberin Sabine Ullrich versichert, dass der Markt schnellstmöglich wieder öffnen wird.

Sabine Ullrich begutachtet eine abgedeckte Lichtkuppel auf dem Dach ihres Ladens. Sie ist froh, dass die Sanierung nun begonnen
Sabine Ullrich begutachtet eine abgedeckte Lichtkuppel auf dem Dach ihres Ladens. Sie ist froh, dass die Sanierung nun begonnen hat. Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. Seit der Hagelsturm Ende Juli über Kirchheim hinweggefegt ist, hat der Edeka-Markt im Öschweg geschlossen. Seither brodelt auch die Gerüchteküche um das Fortbestehen der Nahversorgung im Bereich Bohnau, Schafhof und Jesingen. Betreiberin Sabine Ullrich dementiert jedoch vehement sämtliche Schließungsgerüchte: „Ich werde den Markt definitiv wieder aufmachen – schnellstmöglich“, sagt sie. Wann genau der Supermarkt seine Türen wieder für die Kundschaft öffnen kann, steht indes noch nicht fest: „Fünf bis acht Wochen soll die Dachsanierung wohl dauern“, gibt Sabine Ullrich die Einschätzung der Baufirma weiter.

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Als Sabine Ullrich noch am Tag des Hagels in ihren Supermarkt eilte, um nach dem Rechten zu schauen, bot sich ihr ein Bild der Verwüstung: „Ich stand knöcheltief im Wasser“, erzählt sie. Die Lichtkuppeln im Dach seien zerschlagen gewesen, das Wasser tropfte durch die Decke und ein großer Teil ihrer Ware war hinüber. In den kommenden Tagen räumten die Marktleiterin und ihre Mitarbeiter auf, deckten unbeschädigte Ware mit Folie ab. Drei Mal wurde das Dach notdürftig repariert. „Aber bei jedem Regen kam wieder Wasser rein“, berichtet Sabine Ullrich.

Seit Montag wird nun das Dach saniert – und zwar komplett. „Das Holz und die Styroporplatten in der Decke haben sich mit Wasser vollgesogen“, weiß Sabine Ullrich. Besonders schlimm habe es den Bereich über der Fleisch-, Wurst- und Backwarentheke getroffen. „Dort ist die Decke einsturzgefährdet“.

Dass es über fünf Wochen gedauert hat, bis die Handwerker angerückt sind, ist auch aus Sicht der Edeka Südwest in Offenburg unerfreulich und unüblich: „Solch lange Schließzeiten sind die Ausnahme“, sagt Christhard Deutscher, Leiter der Unternehmenskommunikation. Den Grund für die Verzögerung sieht er in der Konstellation mit vielen Beteiligten. „Das Gebäude gehört nicht der Edeka, es ist angemietet“ sagt er. Und bis eine Lösung in Zusammenarbeit sowohl mit dem Vermieter als auch mit der Versicherung und den Handwerkern gefunden werden konnte, sei einige Zeit ins Land gegangen.

Das bekommen zum einen diejenigen zu spüren, die regelmäßig in dem Markt einkaufen gehen. „Bei mir rufen immer wieder Kunden an und fragen nach, was los ist“, sagt Sabine Ullrich. Hart trifft die Schließzeit aber auch das Personal und natürlich die Betreiberin selbst. „Meine Mitarbeiter mussten erst Überstunden, dann Urlaub abbauen“, sagt Sabine Ullrich. Ansonsten werde das Personal bis zur Wiedereröffnung freigestellt. „Ich bin glücklicherweise gut versichert, sonst wäre ich ruiniert“, sagt sie. Sie habe sowohl für den Fall einer Betriebsunterbrechung als auch in Sachen Warenschäden vorgesorgt. “

Hart hat Sabine Ullrich auch der Zeitpunkt des Unglücks getroffen. „Wir sind erst dieses Jahr im April mit unseren Umbaumaßnahmen fertig geworden“, berichtet sie. Erst im Oktober 2011 hat Sabine Ullrich den Edeka-Markt übernommen, nachdem sie dort bereits 20 Jahre lang Mitarbeiterin gewesen war.