Infoartikel

TG. Die tun was.

Andere reden darüber, wir packen‘s an. Sollte die Kirchheimer Turngemeinde einen Werbeslogan in eigener Sache benötigen, so oder so ähnlich könnte der klingen. Dabei hat die TG mit ihren knapp 300 Mitgliedern in den vergangenen Wochen mehr Imagewerbung betrieben, als manch größerer Verein in seiner Geschichte. Von langer Hand geplante Großprojekte sind nicht Sache der traditionsreichen Turngemeinde, die ihre Wurzeln seit mehr als hundert Jahren in der Arbeiterbewegung hat und die seit Jahrzehnten für Buntheit und nationale Vielfalt im Vereinssport steht. Dazu passt der Pragmatismus, mit dem die Mitglieder beim Thema Flüchtlingshilfe in die Offensive gehen.

Zwischen dem spontan ins Leben gerufenen ersten Trainingsabend und der Ankündigung, im kommenden Jahr mit einer Flüchtlings-Elf am regulären Spielbetrieb in der Kreisliga B teilnehmen zu wollen, liegen nur wenige Wochen. Wochen, in denen der TG-Platz hinterm Stadion für die sportbegeisterten Männer aus Schwarzafrika zu einem Ankerplatz in der Fremde geworden ist. Hier gibt es Anerkennung, Unterstützung und was viel wichtiger ist: dreimal die Woche ein Gegenprogramm zu Tristesse, Langeweile und zermürbendem Warten. Dass mit wenig Aufwand viel erreicht, wer von Tatkraft und ein wenig Menschlichkeit geleitet wird, auch das haben die TG-Initiatoren eindrucksvoll belegt. Nach guter deutscher Sitte dürfte es dafür wohl alsbald Integrationspreise regnen.BERND KÖBLE


Anzeige