Lokale Wirtschaft

Transport, Logistik, Warehousing

Blau-gelb sind die Firmenfarben. Blau-gelbe Lastwagen transportieren täglich die unterschiedlichsten Güter und Waren just in time zum Kunden. Im gesamten süddeutschen Raum und im angrenzenden Ausland ist die Spedition Barth mit ihren Lkws und Niederlassungen präsent.

GABY KIEDAISCH

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WENDLINGEN Die älteste und damit erste Niederlassung des Familienunternehmens Barth mit Firmensitz in Burladingen auf der Schwäbischen Alb befindet sich in Wendlingen. Im gerade abgelaufenen Jahr konnte die Filiale auf ihr 50-jähriges Bestehen in der Stadt zwischen Lauter und Neckar zurückblicken.

Angefangen hat alles mit einem Büro in einem Privathaus in der Hindenburgstraße im Jahr 1955. In einer Scheune war das damalige Lager untergebracht. Drei Lastwagen transportierten Stückgut im Nahverkehr schon damals von Wendlingen bis nach Pforzheim im Westen, im Norden über den Großraum Heilbronn hinaus bis nach Wertheim und Bad Mergentheim, im Osten bis nach Crailsheim und Ellwangen und im Süden bis nach Böblingen und Reutlingen. Dieses räumliche Zustell- und Vorholgebiet ist bis heute nahezu gleich geblieben.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in den fünfziger Jahren wuchs auch das Speditionsgeschäft, sodass die Lagerkapazität vergrößert werden musste. Im Jahr 1960 bezog die Firma deshalb ein neues Gebäude auf dem firmeneigenen 5700 Quadratmeter großen Grundstück in der Neuffenstraße, wo sich nun Verwaltung, Lagerhaltung und Umschlag an einem Standort befanden. Von Anfang an bis zu seiner Pensionierung 1998 lenkte der damalige Niederlassungsleiter Wilhelm Kiedaisch 43 Jahre lang die Geschicke der Wendlinger Filiale.

In der Anfangszeit gehörten Textilunternehmen zum größten Kundenkreis der Spedition. Mit dem Aufstieg anderer Industriezweige erweiterte sich die Kundschaft auf die Industrie und den Handel. Dieser Umstand war die Ursache, dass bald die Hallenkapazität nicht mehr ausreichte, und 1985 ein Erweiterungsbau für die Lager- und Umschlagsfläche eingeweiht werden konnte.

Ausbau geplantWeitere Umstrukturierungen der Arbeitsabläufe und der Nutzung machten es im Laufe der Zeit ebenfalls erforderlich, innerhalb und außerhalb des Gebäudes immer wieder kleinere Umbauten anzustrengen wie beispielsweise erst im letzten und vorletzten Jahr mit der Erneuerung der Rampentore oder mit neuen Hochregalen. Wenn alles klappt, soll in diesem Jahr die Hallenkapazität der Spedition von zirka 200 Quadratmetern zur Bahnlinie mit zusätzlichen Rampen erweitert werden. Darüber hinaus sollen Teile des Firmenhofes saniert werden.

Heute sind von 2000 Quadratmeter Lagerfläche 1000 Quadratmeter mit Hochregalen verbaut, die anderen 1000 Quadratmeter werden als Umschlagsfläche genutzt. 25 Mitarbeiter im gewerblichen Bereich, neun Mitarbeiter in der Verwaltung und ein Auszubildender sorgen dafür, dass das Familienunternehmen stetig wächst. Insgesamt beschäftigt die Spedition Barth über 400 Mitarbeiter. Für den Güterverkehr werden in der Wendlinger Niederlassung 15 Lastwagen sowie acht Unternehmerfahrzeuge eingesetzt.

Weitere StandorteNeben der Wendlinger Niederlassung hat die Firma Barth noch acht weitere Standorte überwiegend im süddeutschen Raum verteilt. Dadurch vergrößert sich das Zustell- und Vorholgebiet einer jeden Filiale um ein Vielfaches. Partnerschaften und Speditionskooperationen erweitern den Aktionsradius national wie international. Neben dem Tagbetrieb pendeln zwischen den einzelnen Niederlassungen der Spedition jede Nacht Lkw. Tägliche Werkstouren für Großkunden wie Index, Amann oder Zweygart ergänzen das Geschäft, für Porsche ist die Wendlinger Niederlassung Gebietsspediteur für ganz Bayern. Im wöchentlichen Rhythmus werden von hier 15 Überseecontainer für Bosch/Mexiko nach Bremerhaven mit der Bahn verschifft.

Wie bei den meisten Gewerben hat sich im Laufe der Zeit auch im Speditionsbetrieb einiges verändert. Nur von A nach B zu fahren, reicht heute nicht mehr aus, erklärt Wolfgang Heilemann, Niederlassungsleiter in Wendlingen. Neben dem wichtigen klassischen Speditions- und Transportgeschäft sind deshalb weitere tragende Säulen wie Barth Warehousing und Barth Logistik Systeme hinzugekommen. Unter Warehousing versteht man die Lagerhaltung, Kommissionierung und den Versand für einen Kunden.

Folgen der Ost-ErweiterungZu den großen Herausforderungen im Speditionsgewerbe gehört heute die Ost-Erweiterung der EU, die in den letzten Jahren viele Insolvenzen im Transportbereich mit sich gebracht hat. Günstigere Konditionen und ein niedriges Lohnniveau in den östlichen Staaten erhöhen den Konkurrenzdruck genauso wie Maut und hohe Dieselpreise, erläutert Wolfgang Heilemann.

Apropos Maut: Mautumfahrung, in dem Nebenstrecken anstatt die Autobahn benutzt werden, ist für die Firma kein Thema, versichert Heilemann. Denn damit müssten längere Strecken in Kauf genommen werden, was letztlich mehr Zeit kostet und sich auf den teuren Dieselverbrauch niederschlagen würde.

Um sich am Markt zu behaupten, achtete die Firma stets darauf, innovativ zu sein, in dem sie intelligente Lösungen anbietet. Dazu gehört auch ein verkehrssicheres Equipment. So werden hauptsächlich eigene Fahrzeuge benutzt, kaum Subunternehmen, in der firmeneigenen Werkstatt in Burladingen werden die Fahrzeuge regelmäßig gewartet, der Fuhrpark stets erneuert. Außerdem werden ständig für die Fahrer Gefahrgutschulungen durchgeführt und auf Sicherheitstrainings besonderer Wert gelegt.