Lokale Wirtschaft

"Umweltschutz und Wirtschaftsförderung"

Kirchheim setzt auf sonnige Zeiten: Die Teckstadt hat sich der Initiative "SolarLokal" angeschlossen und rührt ab sofort kräftig die Werbetrommel für die umweltfreundliche Sonnenenergie.

FRANK HOFFMANN

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KIRCHHEIM Rund 130 Kommunen und Kreise beteiligen sich bislang an der bundesweiten Kampagne, die vor rund zweieinhalb Jahren von der Deutschen Umwelthilfe und dem Unternehmen "SolarWorld" ins Leben gerufen wurde. Ziel von "SolarLokal" ist es, den Anteil des Solarstroms an der Energieerzeugung kontinuierlich ausbauen. Nach dem Motto "global denken lokal handeln" motiviert und informiert die Initiative die Bürger und knüpft Netzwerke zwischen Interessenten und lokalen Handwerksbetrieben. "Damit profitieren die Umwelt und die heimische Wirtschaft gleichermaßen von der Kampagne", zeigt sich Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker von der "SolarLokal"-Idee überzeugt und hat deshalb die Anregung der Agenda-Arbeitsgruppe "Energie", dem Bündnis beizutreten, gerne aufgenommen.

Mit Handzetteln und Plakaten wirbt die Stadt seit dieser Woche für mehr Solaranlagen auf Kirchheims Dächern. "Gehen Sie unter die Stromproduzenten", ermuntert Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker die Kirchheimer Häuslesbesitzer. Und auch für alle, die kein eigenes Heim besitzen oder deren Dächer sich nicht für eine Photovoltaik-Anlage eignen, hat die Stadt ein Angebot parat: "Auf dem Dach der Rauner-Sporthalle wird es eine Bürger-Solaranlage geben, an der sich alle Interessenten beteiligen können", sagt die Verwaltungschefin.

Lukrativ ist das Geschäft mit dem Strom aus Sonne nicht nur für die Umwelt und die Handwerksbetriebe: "Auch für die Investoren rechnet sich die Solarstromanlage", versichert Markus Knödler von der Deutschen Umwelthilfe. Eine 18-Quadratmeter-Anlage beispielsweise kostet knapp 10 000 Euro und liefert mindestens 1 400 Kilowattstunden Strom, rechnet er vor. Dafür gibt's 20 Jahre lang eine garantierte Einspeisevergütung in Höhe von rund 730 Euro per annum. "Innerhalb von 20 Jahren erwirtschaften die Anlagenbetreiber somit mindestens 14 600 Euro aus dem Verkauf des Solarstroms", ist für Markus Knödler die Sonnenenergieanlage auf dem eigenen Dach oder die Investition in ein kommunales Solarprojekt "eine interessante Geldanlage". Zumal es für die Investition auch noch zinsgünstige Darlehen gibt.

Überaus ärgerlich findet der "SolarLokal"-Vertreter die aktuelle energiepolitische Debatte und die Forderung etlicher Politiker, die Laufzeit der Kernkraftwerke zu verlängern. "Die erneuerbaren Energien würden dadurch zwangsläufig ins Hintertreffen geraten." Umso mehr freut Knödler, dass sich immer mehr Kommunen der Initiative zur Förderung der Solarenergie anschließen. Im Kreis Esslingen sind es mit Kirchheim nun acht Städte und Gemeinden.

Für Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker müssen die erneuerbaren Energien im "Energiemix der Zukunft" eine zentrale Rolle spielen. Die Stadt Kirchheim engagiere sich deshalb seit Jahren für umweltfreundliche Systeme und Energiesparmaßnahmen. Ein Bereich, in dem Matt-Heidecker ebenfalls noch ein enormes Potenzial sieht.

Wer sich ein kleines Sonnenkraftwerk aufs Dach setzen will, kann sich auf der Homepage von "SolarLokal" weitere Infos holen oder telefonisch Kontakt aufnehmen. Die Mitarbeiter vermitteln dann einen Handwerksbetrieb vor Ort. Im Kreis Esslingen sind bislang 20 Solar-Handwerker bei der Initiative registriert. Aus Kirchheim ist bislang noch keiner auf der Liste, doch das soll sich demnächst ändern, weiß Kirchheims Agenda-Beauftragte Ulrike Kösters. Wie interessant die Kampagne für die heimische Wirtschaft sein kann, zeigt das Beispiel Köngen: "Die Nachfrage war dort so groß", erzählt Markus Knödler, "dass der örtliche Handwerker nach kurzer Zeit bereits einen zusätzlichen Lehrling einstellen konnte."

INFOWeitergehende Informationen gibt es unter der Telefonnnummer 0 18 03/20 00 30 00 und im Internet unter www.solarlokal.de