Lokale Wirtschaft

Verkehrsfragen in Sirnau abgehakt

Die Bedenken, ein Möbelhaus in Sirnau könnte zu unlösbaren Verkehrsproblemen führen, sind im Esslinger Gemeinderat weitgehend ausgeräumt worden. Im Ausschuss für Technik und Umwelt schloss sich eine Mehrheit den Gutachtern an, die eine "ausreichende Verkehrsqualität" erwarten.

HERMANN DORN

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ESSLINGEN Der Ausschuss läutet auf dem Weg zum neuen Möbelhaus die nächste Etappe ein. In Kürze wird das Rathaus das städtische Grundstück in Sirnau zum Verkauf ausschreiben. Neben der Möbelbranche können sich auch andere Interessenten bewerben. Eine Entscheidung, wer den Zuschlag erhält, fällt 2006.

Auch nach der Abstimmung über die Verkehrsfragen stehen weiterhin dicke Fragezeichen hinter dem Möbelhaus. Im Rathaus halten sich hartnäckige Zweifel an der Bereitschaft möglicher Investoren, das Randsortiment auf 350 Quadratmeter zu begrenzen, wie es ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderats verlangt. Viele Beobachter schließen nicht aus, dass das Vorhaben an dieser Frage noch scheitert.

SPD-Fraktionschef Andreas Koch baute eine weitere Hürde auf. "Ein Event-Möbelhaus wird es mit uns nicht geben", versicherte er mit Blick auf den Verkehr. "Das würde nicht funktionieren." Sollten die strengen Vorgaben eingehalten werden, ist fast die gesamte SPD ebenso wie CDU und Oberbürgermeister Jürgen Zieger der Ansicht, dass die Straßen zusätzliche Verkehrsströme verkraften. Zuvor müssen aber mehr als 600 000 Euro investiert werden eine Rechnung, die Zieger zufolge am Ende der Investor über den Kaufpreis bezahlt.

Die CDU sträubte sich zunächst dagegen, das Verkehrsthema abzuhaken. Ernst Mauz und Thomas Ocker kritisierten, ihnen gehe alles viel zu schnell. Die Antworten auf einen umfangreichen Fragenkatalog des Bürgerausschusses Sirnau seien so kurzfristig vorgelegt worden, dass die Zeit für eine gründliche Prüfung gefehlt habe. Nach einer Unterbrechung schwenkte die Fraktion um. Sie verzichtete auf den Antrag, die Entscheidung erneut zu vertagen. "Wir glauben, dass es sich um eine gute Lösung handelt", so Ocker, der seine Kritik an der späten Information aber wiederholte.

Freie Wähler und Grüne, die ein Möbelhaus in Sirnau grundsätzlich ablehnen, konnten sich mit ihren Bedenken nicht durchsetzen. Vergeblich warnten sie vor einer zu großen Belastung des Verkehrsnetzes. Carmen Tittel (Grüne) nannte das Konzept "völlig unausgegoren". "Eine ausreichende Kapazität ist zu wenig." Sie befürchtet überdies, am Ende werde die Stadt die Investitionen in die Straßen tragen. Vor der Diskussion hatte Verkehrsplaner Wolfgang Schröder erklärt, die Sorge vor Rückstaus auf der B 10 und der Kreisstraße 1215 sei unbegründet. Für das Gutachten habe man belastbare Daten verwendet. Aktuelle Zählungen bestätigten diese Position. Die Angst, an 50 Tagen werde der Verkehr zusammenbrechen, entbehrt für ihn der Grundlage. Er räumt aber ein, dass das Aufkommen in der Vorweihnachtszeit um bis zu 25 Prozent zunimmt.

ez