Lokale Wirtschaft

Verschärfter Wettbewerb

Der Wettbewerb wird auf dem Arbeitsmarkt immer wichtiger. Diesem Trend muss sich jetzt auch der Fachbereich Berufliche Bildung an der Kirchheimer Volkshochschule stellen: Zum einen sieht sich die vhs verstärkt im Wettbewerb um öffentliche Aufträge, zum anderen bietet sie vermehrt Kurse und Trainings für Berufsanfänger und Wiedereinsteiger an.

ANDREAS VOLZ

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KIRCHHEIM "Zurück in den Beruf Wenn nicht jetzt, wann dann?" Unter diesem Motto steht eine neue Seminarreihe der Kirchheimer Volkshochschule zum Thema "Wiedereinstieg in den Beruf". Rose König, die Leiterin des Fachbereichs Berufliche Bildung, erläutert die Idee, die hinter der Reihe steckt: "Die öffentlichen Mittel fließen nicht mehr wie sonst. Also haben wir ein Modell entwickelt, das sich auch Selbstzahlerinnen leisten können." Das Komplettangebot besteht aus einer Orientierungsveranstaltung sowie drei verschiedenen Modulen Bewerben, EDV-Kenntnisse und Büroorganisation. Die jeweiligen Kurse können aber auch einzeln und unabhängig voneinander belegt werden.

Dem Thema "Bewerbung" kommt im Fachbereich Berufliche Bildung ohnehin zunehmend größere Bedeutung zu. "Wir haben das Angebot aufgestockt, weil es viele Veränderungen gibt und wir immer wieder Anfragen bekommen", sagt Rose König und nennt als Beispiel den standardisierten "europäischen Lebenslauf": Beim stichwortartigen Skizzieren der Arbeits- und Bildungsstationen werde mittlerweile in chronologisch umgekehrter Reihenfolge vorgegangen. Der Lebenslauf beginnt also mit dem jüngsten beruflichen Engagement oder mit der zuletzt abgeschlossenen Ausbildung und endet mit der Grundschulzeit.

Neu, aber besonders wichtig ist zudem die so genannte "dritte Seite" im Lebenslauf. Sie dient dazu, die eigenen Kompetenzen ins rechte Licht zu rücken. Die Rolle, die der Bewerbungsschreiber bei bisherigen Projekten am Arbeits- oder Ausbildungsplatz gespielt hat einschließlich Aufgaben und Verantwortungsbereichen sollen auf dieser Seite detaillierter beschrieben werden als frü-her. Bewerbungen mit Lebensläufen nach altem "Strickmuster" seien nicht mehr zeitgemäß, weiß Rose König zu berichten.

Assessment-Center- und Bewerbungstrainings ob am Telefon oder in Form von Einzelcoaching runden die Angebotspalette des vhs-Fachbereichs Berufliche Bildung für Stellungssuchende ab. Die Zukunft einer speziellen Bewerbungsmaßnahme für Schulabgänger dagegen steht trotz großer Akzeptanz noch in den Sternen. Mit EU-Mitteln, die das Stuttgarter Wirtschaftsministerium zuteilte, hatte die Volkshochschule im vergangenen Schuljahr Achtklässler der Kirchheimer Alleenschule undder Jesinger Grund- und Hauptschule bei der Lehrstellensuche unterstützt. "Lehrer, Rektoren, Schüler alle waren begeistert", berichtet Rose König vom Erfolg des Projekts. Inzwischen aber sind die Gelder in Brüssel beziehungsweise Stuttgart schon verbraucht. Weil die Kirchheimer Volkshochschule ihre bewilligten Mittel aber nicht voll ausgeschöpft hatte, soll das Projekt im neuen Schuljahr noch fortgesetzt werden.

Was öffentliche Gelder und Aufträge betrifft, steht die vhs selbst immermehr im Wettbewerb mit anderen Bildungsträgern. "Wir können da mitbieten", sagt Rose König zur veränderten Situation, "aber der Konkurrenzkampf gegen Dumpingpreise ist eine schwierige Gratwanderung."

INFOAm Samstag, 22. Oktober, nimmt die Volkshochschule mit einem Messestand am Weiterbildungsforum im Kirchheimer Schloss teil. Wer sich schon vorher über die vhs-Angebote der Beruflichen Bildung informieren möchte, hat dazu am morgigen Mittwoch Gelegenheit von 18 bis 20 Uhr im Schulungszentrum in der Henriettenstraße 76.