Lokale Kultur

"Vervielfältigungen" regen Fantasie und Kreativität an

ESSLINGEN Dynamisch und bizarr ist die Landschaft von Isabelle Kernhof und Elena Schobers Kaltnadelradierung besticht und durch ihre herausragende Komposition. Beide Schülerinnen sind in der 10. Klasse

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ELKE EBERLE

des Kirchheimer Ludwig-Uhland-Gymnasiums und beide Arbeiten sind derzeit in der bunten und facettenreich gestalteten Schulkunst- Ausstellung im Landratsamt Esslingen rund um das Thema "Vervielfältigung" zu sehen.

Landrat Heinz Eininger betonte in seinem Grußwort: "Der Landkreis Esslingen beteiligt sich seit 1984 an dem Schulkunstprogramm des Landes. Die Hauptsache bleibt, die Fantasie der Schüler anzuregen und die Kreativität zu fördern." Besonders beeindruckt hatte ihn der Bücherturm aus zumindest für den Moment ausrangierten Schulbüchern. Gebaut haben ihn Schüler der Oberesslinger Realschule, ebenso wie die über zwei Stockwerke wachsende Sockenwand.

Insgesamt 14 Schulen des Landkreises Esslingen haben sich in diesem Jahr am landesweiten Schulkunstprojekt mit dem Thema "Vervielfältigung" im weitesten Sinne beschäftigt. Alle Schularten sind in der Ausstellung vertreten von der Grundschule über Grund-, Haupt- und Realschulen bis zu Gymnasien, Förder-, Kooperationsschulen und einer Freien Waldorfschule. Die besten Arbeiten werden von einer Jury ausgewählt und im kommenden Sommer in der Landesausstellung gezeigt, dann haben sie sogar die Chance, in der Landesvertretung in Berlin gezeigt zu werden.

Gute Aussichten, dort präsentiert zu werden, hat sicherlich die Radierung von Hanna Stortz vom Kirchheimer Ludwig-Uhland-Gymnasium. Viel Arbeit steckt in dem detailreichen, südländischen Landschaftsausschnitt. Sie malt und zeichnet gerne. Hanna Stortz betont, ihr habe ganz besonders gut die Kombination des Themas und der Technik gefallen.

Neue Medien und eher experimentelles Arbeiten wurden in den Schulen ebenso erprobt wie die Kaltnadelradierung und andere Drucktechniken. Im "Atelier" der Grundschule Sulzgries sind witzige Fantasie- und Dschungeltiere entstanden, die Kunstwerk und zugleich Bildträger sind. Schüler der Berkheimer Schillerschule fertigten einen mit Ornamenten und Mustern bunt bemalten Vorhang aus Papierrollen und ein schillerndes Schulfestposter. Porträts gestalteten die Schüler der 6a der Erich-Kästner-Schule in Ostfildern und Schüler der Pestalozzischule in Filderstadt. Die einen erkundeten die Möglichkeit des Linolschnittes, die anderen arbeiteten mit Acrylfarben. Jedes einzelne Bild ist ausdrucksstark, voll Intensität und Energie.

Beeindruckend sind auch die Arbeiten der Schüler der Nürtinger Bodelschwinghschule: In einer Kunst AG untersuchten sie zusammen mit Realschülern in langzeitbelichteten Fotografien "Orte der Begegnung" vor einem Supermarkt, an einer beampelten Kreuzung und anderen Orten. Igel, Delfine und andere Schwarm- und Rudeltiere druckten die Fünftklässler des Gymnasiums in Neckartenzlingen. Der Künstler Sergio Veseley, der schon häufig mit Kindern zusammen gearbeitet hat, betonte: "Ein Künstler ist jeder von uns, der Neugierige, der Sachen verbindet, die so nicht zusammengehören und der, der Grenzen überschreitet." Er forderte auf: "Überraschen wir uns mit uns selbst, mit dem, was wir wollen."

Das nächste Jahrgangsthema steht auch schon fest unter dem Motto "Spuren" werden zunächst zahlreiche Fortbildungen für Lehrer angeboten, das Projekt mündet dann in verschiedene Ausstellungen. Zu sehen ist die Ausstellung bis 6. März montags bis mittwochs von 7.30 bis 15 Uhr, donnerstags von 7.30 bis 18 Uhr und freitags von 7.30 bis 12 Uhr.