Lokale Wirtschaft

Verwaltung straff organisiert

Unternehmerinnen-Netzwerk besucht die Oberbürgermeisterin

In geschichtsträchtigen Mauern residiert Angelika Matt-Heidecker, Oberbürgermeisterin von Kirchheim, in zweiter Amtszeit. Die Juristin wurde im Dezember 2011 mit großer Mehrheit wiedergewählt. Als Netzwerkmitglied von „frauen unternehmen“ lud sie ins Rathaus ein und gab den Besucherinnen Einblick in ihre Arbeit.

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Kirchheim. Im 13. Jahrhundert wurde Kirchheim zur Stadt erhoben. Ausgangs des 14. Jahrhunderts verloren die Herzöge die Stadt an die Grafen von Württemberg. Zu jener Zeit entstand an der Stelle des heutigen Marktplatzes ein zweistöckiges Rat- und Kaufhaus für den täglichen Lebensmittelmarkt, das 1455 erstmals erwähnt wurde. Schon dieses Gebäude hatte Satteldach und Glockentürmchen. Es stand bis zum Stadtbrand im Jahre 1690 für das Marktgeschehen zur Verfügung.

Nach dem verheerenden Stadtbrand konnte man sich nicht einigen, wer den Wiederaufbau des Kirchheimer Rathauses finanzieren sollte. Die Auseinandersetzungen zwischen den Württembergischen Herzögen und den Stadtregierenden verhinderten über 30 Jahre lang einen Rathausneubau. Herzog Eberhard Ludwig war mit Spanischem Erbfolgekrieg und Schlossbau zu Ludwigsburg voll ausgefüllt, und schließlich entschieden die Kirchheimer Stadtverantwortlichen, den Neubau ohne die Hilfe der Württemberger zu stemmen. 1724 war das bis heute erhaltene Rathaus endlich fertiggestellt.

Stadt ist zweitgrößte Arbeitgeberin in Kirchheim

Das Organigramm der Stadtverwaltung weist zwei Dezernate auf, eines geführt von Angelika Matt-Heidecker, das zweite von Bürgermeister Riemer. Das zeigt, wie straff die Verwaltung in Kirchheim organisiert ist. Im Dezernat I, unter der Leitung von Angelika Matt-Heidecker, sind Hauptkämmerei, Stadtkämmerei, Kultur und Soziales eingebunden. Das Dezernat II umfasst Hoch- und Tiefbauamt, Planung sowie Recht, Sicherheit und Ordnung.

Die Stadt Kirchheim ist die zweitgrößte Arbeitgeberin am Ort und die Stadtchefin setzt sich ein für eine lebendige Stadt mit solider Infrastruktur und sicheren Arbeitsplätzen. Sie treibt die Sanierung des Stadtkerns voran, weil sie möchte, dass die Bewohner in der Innenstadt wohnen bleiben wollen. Für sie gibt es nach eigenen Aussagen nichts spannenderes, als eine Stadt in vielfältiger Weise mitgestalten zu können.

Zum Abschluss des Besuches im Rathaus durften die Netzwerkerinnen den Blick von der Aussichtsplattform des Rathausturms genießen. Der Weg führte über das breite knarzende Holztreppenhaus des Fachwerkbaus hinauf zu einer schmalen Türe, hinter der sich eine enge hölzerne Stiege zum Turm befindet. Im Original erhaltene ausgetretene Stufen sind so schmal, dass immer nur eine Person rauf- oder runtersteigen kann. Auf der Aussichtsplattform hat man einen herrlichen Rundumblick auf Kirchheim und seine Umgebung und es lassen sich Dachgärten und -terrassen auf den umliegenden Häusern entdecken. bm