Lokale Kultur

Vielfältige Einblicke in die Kunstsammlung von Doris Nöth

EHINGEN Während der Sommerferien wird das Franziskanerkloster in Ehingen seinen Besuchern in neuer Form begegnen. Auf Einladung des Kulturamts werden dort im Kreuzgang und im ersten Stock rund einhundert Kunstwerke aus der privaten Kunstsammlung von Doris Nöth aus Kirchheim zu sehen sein.

Anzeige

Die Sammlung der gebürtigen Ehingerin wurde in verschiedenen Auswahlen bereits mehrfach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nun kehrt Doris Nöth mit einem umfangreichen Konvolut aus Bildern und Plastiken für einen Sommer in ihre Heimatstadt zurück. Kunst war und ist für Doris Nöth eine Bereicherung, die fast immer aus der Begegnung mit Künstlern entstand.

Rasch nach ihrer Niederlassung als Zahnärztin in Kirchheim fand sie Anschluss an die dortigen Künstlerkreise und ließ sich für die Bild- und Ideenwelten ihrer Freunde begeistern. Gemeinsame Ausstellungs- und Atelierbesuche wurden unternommen und immer wieder endeten die Exkursionen damit, dass ein Stück der neu erfahrenen Welten Einzug in das Haus Nöth hielt.

Die engen Verbindungen in die regionalen Künstlerkreise führten auch dazu, dass Doris Nöth von 1979 bis 1989 Mitglied des Kunstbeirats der Stadt Kirchheim war und das Gremium, welches das Ausstellungsprogramm moderner Kunst in der städtischen Galerie im Kornhaus veranstaltet, lange Jahre leitete. Insbesondere in dieser Zeit wurden die Sammlungsräume in ihrem Haus nach den Ausstellungseröffnungen zum Kaffee-Treffpunkt für legendäre Künstlerzirkel und durch die vielen freundschaftlichen Begegnungen wuchs zusehends auch die Zahl der Werke an Wänden und auf Sockeln.

Die Ehinger Ausstellung zeigt rund 60 Malereien und Zeichnungen, deren Bandbreite sich vom metaphysischen Surrealismus des Léger-Schülers Erol Akyavas über meditative Farbfelder von Erdmute Bramke und Koichi Nasu bis zu gestisch-befreiten abstrakten Kompositionen von Walter Stöhrer oder Andreas Günzel erstrecken. Dem gegenüber stehen eine stattliche Zahl an Plastiken, wobei sich auch hier der Bogen von Klassikern wie dem Frankfurter Hans Steinbrenner mit seinen strengen, kubischen Figuren über fragile Objekte wie die Weidenruten-Segel von Josef Bücheler und mal hauchdünne, mal voluminöse Marmorskulpturen von Johannes Joliet oder Heinz Pistol bis zum dynamischen "Tango II" aus Stahl und Neon-Licht von Bernd Hennig erstreckt.

Die Ausstellung ließe sich gut mit dem Wort "Beziehungen" überschreiben, denn die oft gegensätzlichen Werke treten in den gezielten Gegenüberstellungen in den Kreuzgängen immer wieder in spannende Dialoge.

Die Ausstellung in Ehingen ist zu sehen vom 30. Juli bis 4. September. Am Sonntag, 7. August, und am Samstag, 20. August, wird Doris Nöth jeweils um 14 Uhr selbst durch die Ausstellung führen.

Am Sonntag, 31. Juli, findet um 17 Uhr zudem ein Konzert mit der Stuttgarter Pianistin Sabine Sauer statt, bei dem Robert Schumanns "Kreisleriana" zu hören sein wird. Geöffnet ist die Ausstellung montags bis freitags von 8 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, samstags und sonnntags von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

pm