Lokale Kultur

Vielgestaltige Blockflötenmusik

Blockflötenensemble aus Oslo war zu Gast in der Musikschule Kirchheim

Kirchheim. Im Rahmen der Projektwoche „Vernetzungen“ hatte die Musikschule Kirchheim ganz besonderen Besuch. Aus Oslo war das elfköpfige Blockflötenensemble der

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Renate Schattel

Uranienborgschule mit seinem Leiter Svein Egil Skotte angereist. Die deutsch-norwegische Begegnung fand auf Initiative von Nadja Strand, Leiterin des Blockflötenorchesters der Musikschule Kirchheim, statt und wurde mit einem abwechslungsreichen Konzert in Maria Königin gekrönt.

Nadja Strand hatte selbst einige Jahre in Oslo unterrichtet und dort in diesem Ensemble gespielt. Gleich zu Beginn verbanden sich die beiden Truppen bei einem „Gangar“, einem norwegischen Volkstanz, zu einem strahlenden Orchester, zu dem sich im Hintergrund noch das Ensemble Uccellini unter der Leitung von Gertrud Junker gesellte. Das Blockflötenorchester Kirchheim gestaltete mit dem Ensemble Uccellini zusammen drei Renaissance-Tänze und erfüllte die Kirche Maria Königin mit warmem, vollem Klang. Differenzierte Artikulation der einzelnen melodischen Phrasen und pointierte rhythmische Akzente präsentierte das Ensemble Uccellini mit Michaela Cummerow, Gundel Müller-Paramalingam, Heike Dorsch und Matthias Krebs zunächst mit einer Pavane von Pierre Phalese, gespielt auf Gemshörnern und begleitet von Wolfgang Junker an der Orgel, dann mit der Aria Sopra la Bergamasca von Marco Uccellini.

Dass die Blockflöte als Instrument für moderne Musik durchaus tauglich ist, demonstrierten die Spieler mit dem aparten Stück „Indian Summer“, komponiert von dem 1963 geborenen Matthias Maute. Im Anschluss daran übernahm Svein Egil Skotte den Stab und musizierte mit seinem jungen Ensemble mit raffinierter Dynamik und einem bezaubernden Farbreichtum der Spielweise. Auch sie bestachen mit einem modernen Stück, dem „Mega-Rony“ von Pete Rose, das Swing-Elemente enthielt. Sie begaben sich mit Händels Orgelkonzert Nr. V, Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 6 und Vivaldis Konzert Nr. 10 in den Barock, streiften mit einer Fantasia von William Byrd zurück bis in die Renaissance, um dann mit Norwegens berühmtestem Komponisten Evard Grieg und dem „Hochzeitstag auf Troldhaugen“ in der Romantik zu enden. Barock- und Renaissanceflöten kamen zum Einsatz, typisch nordische Flöten erklangen. Präzision, Geläufigkeit und Vielfalt an Tongebungen zeichnete das norwegische Ensemble aus.

Zu guter Letzt spielten alle Flötisten nochmals vereint und festigten die spielerische Freundschaft mit „So ben, mi, cha bon tempo“ von Orazio Vecci. Bleibt zu hoffen, dass die neue Freundschaft über die weite Strecke nach Oslo gepflegt werden kann – denn es lohnt sich, die vielgestaltige, anmutige Blockflötenmusik ins Bewusstsein und ins Licht zu rücken.