Lokale Wirtschaft

Volksbank bleibt im Jubiläumsjahr auf Erfolgskurs

Kreditinstitut verzeichnet 2013 sowohl bei den Krediten als auch bei den Einlagen einen Zuwachs

Das vergangene Jahr bot der Volksbank Kirchheim-Nürtingen jede Menge Anlass zum Feiern: Die Bank feierte ihr 150-jähriges Bestehen, gleichzeitig konnte aber auch der positive wirtschaftliche Trend fortgesetzt werden. Sowohl bei den Einlagen als auch bei den Krediten gab es eine Steigerung.

Nürtingen. Nach überaus turbulenten Zeiten ist die Volksbank Kirchheim-Nürtingen längst wieder in ruhige Fahrwasser zurückgekehrt und macht vor allem durch erfolgreiche Geschäfte von sich reden. Auch gestern konnten die beiden Vorstandsmitglieder Wolfgang Mauch und Harald Kuhn wieder eine durchweg positive Bilanz präsentieren. Die genossenschaftliche Bank ist 2013 weiter gewachsen und konnte das betreute Kundenvolumen um drei Prozent auf 3,7 Milliarden Euro steigern.

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Die überraschendste Nachricht des vergangenen Jahres in Bezug auf die Volksbank war sicher die Ankündigung von Harald Kuhn, die Bank Ende März zu verlassen. „Für mich ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um eine neue Herausforderung zu suchen“, begründete er seinen im November bekannt gegebenen Abschied von der Volksbank. Die Bank sei wieder in ruhigem Fahrwasser, somit könne er ein gut bestelltes Haus übergeben. Wie seine weiteren Pläne aussehen, wollte der 51-Jährige auch gestern nicht verraten. Lediglich, dass er weiter in der Region tätig sein wird, war ihm zu entlocken.

Die Suche nach einem neuen Vorstandsmitglied wurde bereits im vergangenen Jahr gestartet. „Anfang Februar ist die Bewerbungsfrist abgelaufen“, berichtete Wolfgang Mauch. Bis jedoch der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Harald Kuhn ihr Amt antritt, werden schon aufgrund der Kündigungsfristen sicher noch einige Monate ins Land ziehen. Eberhard Gras, Prokurist und verantwortlich für das Firmenkundengeschäft bei der Volksbank, wird deshalb vorübergehend den vakanten Vorstandsposten übernehmen. Für Gras ist dies in jedem Fall vorübergehend, denn er hat sich nicht um die Kuhn-Nachfolge beworben.

Weit weniger Überraschungen gab es bei den Zahlen, die Mauch und Kuhn gestern bekannt geben konnten: Vor allem das „florierende Kreditgeschäft“, so Wolfgang Mauch, hielt die Volksbank auf Wachstumskurs. Das Kreditvolumen konnte um 3,6 Prozent gesteigert werden, wobei es sowohl im Firmenkundenbereich als auch bei den Baufinanzierungen eine lebhafte Nachfrage gab. Das Interesse an Immobilien blieb auch im vergangenen Jahr überaus lebhaft, zudem nutzten viele Häuslesbesitzer die günstigen Zinsen, um ihr Eigenheim zu sanieren.

Etwas geringer fiel das Wachstum bei den Einlagen aus. Hier konnte die Volksbank um ein Prozent zulegen. Allerdings waren die klassischen Bankprodukte angesichts des niedrigen Zinsniveaus nicht der große Renner, und viele Kunden wichen deshalb auf Wertpapieranlagen oder auch Bausparverträge aus. Dies zeigt sich in dem deutlichen Zuwachs um 6,2 Prozent bei den außerbilanziellen Kundenanlagen. Betrachtet man die Entwicklung der Einlagen und Kredite insgesamt, einschließlich der Umsätze mit den Verbundpartnern, lag der Zuwachs im vergangenen Jahr bei drei Prozent.

Auch mit der Ertragslage zeigten sich Wolfgang Mauch und Harald Kuhn zufrieden: „Trotz anhaltender Niedrigzinsphase konnten wir den Zinsüberschuss auf Vorjahresniveau halten.“ Nach 34,59 Millionen Euro 2012 erwirtschaftete die Bank 2013 34,62 Millionen Euro Zinsüberschuss. Der Bilanzgewinn lag wie im Vorjahr bei 4,5 Millionen Euro. An Dividende sollen wiederum 5,5 Prozent an die Mitglieder ausgeschüttet werden. Mit ihren 51 874 Mitgliedern, so Harald Kuhn, sei die Volksbank mittlerweile die größte Mitgliedervereinigung in der Region. 1 500 neue Mitglieder wollte man anlässlich des 150-jährigen Bestehens gewinnen – geworden sind es tatsächlich knapp 2 000. Für Harald Kuhn der Beweis, „dass unser genossenschaftliches Modell am Markt weiter an Attraktivität gewinnt.“

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im vergangenen Jahr auf jetzt 359 Beschäftigte leicht erhöht. Davon waren 32 Auszubildende (2012: 28).

Im Jubiläumsjahr gab es neben den zahlreichen Veranstaltungen, Feierlichkeiten und Gewinnspielen auch die große Jubiläumsspendenaktion „150 000 Euro für die Menschen in der Region“. Alle Mitglieder und Kunden der Volksbank waren eingeladen, Vereine oder Institutionen für die Spendenaktion vorzuschlagen. Eine Jury aus Mitgliedern wählte dann aus den über 200 Vorschlägen die förderwürdigsten rund 80 Projekte aus. Dieses gesellschaftliche Engagement für die Menschen in der Region sei für die Volksbank ein zentrales Anliegen, betont Wolfgang Mauch. „Allein in den vergangenen zehn Jahren hat die Bank über eine Million Euro für Vereine, Kindergärten, Schulen und Projekte im kulturellen und sozialen Bereich zur Verfügung gestellt.“