Lokale Wirtschaft

Vom Gesellen bis zum Studiengang Automobilwirtschaft

Seit 1981 führt das baden-württembergische Kraftfahrzeuggewerbe alljährlich den "Tag der Berufsinformation" durch. Dieser Tag ist als praxisorientierte Ergänzung des entsprechenden Unterrichtsbereiches in den Schultypen angelegt.

RUDOLF STÄBLER

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KIRCHHEIM Ziel dieser Veranstaltungen ist es, den Jugendlichen einen etwas leichteren Übergang von der Schulbank in die Ausbildungs- und Berufspraxis zu ermöglichen. So werden insbesondere die Abschlussklassen des Innungsbezirks angesprochen. Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler betriebliche Zusammenhänge kennen lernen, Betriebsabläufe aufnehmen und auch die praktische Arbeit hautnah erleben können. So fanden sich am gestrigen Vormittag im Autohaus Russ rund 30 Interessierte ein. Ausbildungsleiter, Meister, Gesellen und auch Auszubildende waren dabei gerne bereit, auf die Fragen der Jugendlichen einzugehen. Den Kraftfahrzeugmeisterbetrieben geht es vor allem darum, dass sich die zukünftigen Auszubildenden ein Bild von dieser Berufswelt machen können.

Das Bildungsangebot reicht von der kaufmännischen und gewerblichen Lehre in den verschiedenen Betrieben, über die Berufsfachschule für Betriebswirtschaft, die Berufsakademie Baden-Württemberg bis hin zum Studiengang "Automobilwirtschaft" an der Fachhochschule Nürtingen/Geislingen und Universität Bamberg. Fügt man dieser hochklassigen Berufsausbildung noch die Aufstiegs- und Weiterbildungschancen mit Blick auf Kraftfahrzeugtechnikermeister, den Kraftfahrzeug-Servicetechniker, den geprüften Automobil-Serviceberater, den geprüften Automobilverkäufer hinzu, so dürfte nach Meinung der Kfz-Innung diese ausbildungsmäßige Leistungsbilanz wohl ziemlich einmalig in der deutschen Bildungslandschaft sein. So wurde bei diesem Informationstag betont, dass das Kraftfahrzeuggewerbe mit Stolz auf diese Leistungskette und die visionären Berufe blicke. Russ-Mitarbeiter Rainer Hoyler, der den Part des Betriebsführers übernommen hatte, machte den Interessierten deutlich: "Hier geht es vom einfachen Lehrberuf bis zum akademischen Abschluss, das ist die erstklassige Offerte an die Schulabgänger.

Hoyler betonte, dass die Chancen im Kfz-Gewerbe nach wie vor gut sind. Die Zahl der Kraftfahrzeuge nehme ständig zu. Solange es Autos, Motorräder, Lastkraftwagen und Busse gibt, müssen diese gewartet, in Stand gesetzt und verkauft werden. "Wer durch den Besuch von Seminaren, Fachakademien und Trainingszentren der Automobilindustrie sowie der Handwerksorganisationen für seine ständig notwendige Weiterbildung sorgt, wird auch in Zukunft den steigenden Qualitätsansprüchen der Kunden gewachsen sein," ist sich der Fachmann sicher. Gerne geben die Ausbildungsbetriebe, die Geschäftsstellen der örtlichen Kfz-Innungen oder das Arbeitsamt weitere Auskünfte. Viele Kfz-Betriebe und Autohäuser bieten für Interessierte ein Praktikum an.

Schnell war bei der Prüfung klar, dass sich die meisten Schüler für den Berufszweig Kfz-Mechatroniker interessieren. Hierzu fordern die Ausbildungsbetriebe einen guten Realschulabschluss oder das Abitur. Die Ausbildung in diesem Berufszweig dauert dreieinhalb Jahre, wobei im ersten Jahr eine Berufsschule besucht werden muss. Aber auch eine kaufmännische Ausbildung ist möglich. Diese wird im Kfz-Gewerbe seit 1998 angeboten. Das Ausbildungsziel dabei: Automobilkaufmann oder -kauffrau.