Lokale Kultur

Vom Klavierkonzert bis zur "Schicksals-Sinfonie"

KIRCHHEIM Unter der Leitung ihres Chefdirigenten Norichika Iimori gastiert am kommenden Samstag, 5. März, um 19.30 Uhr die Württembergische Philharmonie in der Kirchheimer Stadthalle.

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Der seit 2001 amtierende Generalmusikdirektor studierte bei Seiji Ozawa und Jean Fournet und war zwei Jahre lang Assistent von Wolfgang Sawallisch an der Bayerischen Staatsoper. Enge Verbindungen unterhält Norichika Iimori mit dem musikalischen Prag, wo er immer wieder die Prager Sinfoniker und die Tschechische Philharmonie dirigiert. Seine preisgekrönten Plattenaufnahmen mit Werken von Strawinsky realisierte er mit dem Moskauer Rundfunk-Sinfonieorchester.

Auf dem Programm des 3. Kulturring-Abonnementkonzerts in der Kirchheimer Stadthalle stehen Werke von Johannes Brahms, Alban Berg und Ludwig van Beethoven. Die erste Hälfte nimmt dabei das erste Klavierkonzert von Brahms ein, das in der Stadthalle bisher noch nicht zu hören war. Unbändige Kraftströme gehen von dieser Musik aus, die den Weg aus der dämonischen Düsternis der Anfangstakte weisen. Dabei ist der Klavierpart bei aller punktueller Kraftentfaltung doch eher lyrisch und empfindsam angelegt. Ein Klavierkonzert, das gerade auch die "Belcantisten" unter den Klaviervirtuosen wie Artur Rubinstein, Wilhelm Kempff oder Maurizio Pollini besonders herausgefordert hat.

Auch bei Matthias Kirschnereit, dem Solisten des Abends, steht dieses Werk hoch im Kurs. Der in Namibia aufgewachsene Künstler hat in den vergangenen 15 Jahren ganz organisch und unaufgeregt Karriere gemacht. Heute wird dem noch jungen Professor an der Rostocker Musikhochschule eine Spitzenposition unter den deutschen Pianisten zugeschrieben, viele sehen ihn in der Nachfolge eines Wilhelm Kempff. Entsprechend international und gespickt mit anspruchsvollen Projekten ist sein Konzert- und Produktionskalender: Mit den Bamberger Symphonikern nimmt er alle Mozart-Konzerte auf, mit der glanzvollen Petersburger Philharmonie konzertierte er zum 300. Stadtjubiläum, Gastspiele in der Berliner und Kölner Philharmonie, in der Mailänder Scala oder im Pariser Théatre des Champs Elysées markieren Eckpunkte einer Karriere, die Matthias Kirschnereit bereits rund um den Erdball geführt hat.

Mit drei Sätzen aus der "Lyrischen Suite" von Alban Berg beginnt der zweite Teil des Konzerts Musik von betörendem Klangreiz, die in den Jahren 1926/27 entstanden ist. Sinfonisches Hauptwerk des Abends aber ist die klassische Sinfonie schlechthin Beethovens Fünfte. Der Beinamen "Schicksals-Sinfonie" und eine Positionierung auf denkbar hohem Sockel haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass dieses Werk letztlich gar nicht mehr häufig im Konzertsaal zu hören war.

Für eine entschlackte und energiegeladene Aufführung in der Kirchheimer Stadthalle wird es daher sicher ein höchst aufgeschlossenesPublikum geben. Karten für das Sinfoniekonzert des Kulturrings gibt es am Samstag, 5. März, ab 19 Uhr an der Abendkasse und in der Geschäftsstelle der Volkshochschule im Spital, Max-Eyth-Straße 18, Telefon 0 70 21 / 97 30 32.

pm