Lokale Kultur

Von "Arsenal" bis "Pomp and Circumstances"

KIRCHHEIM Nachdem die traditionelle Sommer-Serenade der Stadtkapelle schon im vergangenen Jahr nicht auf dem Kirchheimer Marktplatz sondern im Marstallgarten angeboten wurde, bildete dieser ideale Veranstaltungsort nun erneut den einzigartigen Rahmen des Konzerts, das im Rahmen der Reihe "Kunst und Kultur am Schloss" angeboten wurde.

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Dank des großartigen Sommerwetters und der natürlichen Beschattung durch das Schloss konnte der Serenadenabend zahlreiche Besucher in die historische Umgebung locken. Eingestimmt wurden sie mit "Arsenal" von Jan van der Roost. Dieser Konzertmarsch versetzte die Zuhörer gleich von Beginn an in eine mitreissende Stimmung.

Mit Johannes Brahms "Akademischer Fest Ouvertüre" setzte Stadtmusikdirektor Harry D. Bath seinen Streifzug durch die gefällige Musik fort. Meisterhaft spielten sich die Musiker durch die verschiedenen Themen und Tempi und führten die Ouvertüre zu einem fantastischen Schluss.

In Vorbereitung auf das im Herbst stattfindende Konzert "A British Festival" präsentierte die Stadtkapelle das Werk "Danceries" von Kenneth Hesketh. Die Melodien führten in die mysthische Vergangenheit des britischen Mittelalters und präsentierten die damalige Lebensart. Man merkte den Musikern regelrecht an, dass ihr britischer Dirigent sie besonders authentisch auf dieses Werk eingestimmt hatte.

Mit ihrem zauberhaften Hornsolo malte Susanne Kleiß in "Sunrise" von Paul Hart die Magie eines Sonnenaufgangs vom allerersten Strahl bis zur vollen Pracht der aufgegangen Sonne. Liebliche Klänge und verträumte Melodien, zauberhaft begleitet vom gesamten Orchester, ließen die Zuhörer dieses Naturschauspiel überzeugend miterleben.

George Gershwin hat mit "Porgy & Bess" zahlreiche bekannte Melodien geschaffen, von denen die Stadtkapelle an diesem Abend nach einer kurzen Pause eine Auswahl präsentierte. Jazzige Tonfolgen und bluesige Rhythmen kennzeichneten die einzigartigen Kompositionen von George Gershwin. Den Musikern gelang es eindrucksvoll, dieses gefällige Werk zum Besten zu geben.

In der Welt des Jazz bleibend, folgte eine Zusammenstellung der bekanntesten Stücke von Benny Godman. Das Orchester fand den richtigen Drive, um das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Hervorragend dargebrachte solistische Einlagen zeigten das gesamte Potenzial, das in dem Orchester steckt. Zum Abschluss des Konzertprogrammes peitschte Harry D. Bath seine Musiker nochmals in atemberaubendem Tempo durch die "Folk Dances" von Dmitri Schostakowitsch.

Technisch perfekt und klanglich harmonisch aufeinander abgestimmt, setzte die Kirchheimer Stadtkapelle einen furiosen Schlusspunkt hinter diese abwechslungsreiche und gefällige Sommerserenade. Da das begeisterte Publikum ob dieses Vortrages energisch eine Zugabe forderte, schloss Harry D. Bath das erste Halbjahr der Stadtkapelle mit der britischsten aller britischen Melodien ab. "Pomp and Circumstances" von Edward Elgar begleitete die Zuhörer elegant und pompös in eine laue Sommernacht.