Lokale Kultur

Von Höhen und Tiefen, Krieg und Frieden

Serenadenkonzert des Symphonischen Orchesters der Kirchheimer Musikschule im Dettinger Pfarrgarten

Dettingen. „Himmlische Höhen und höllische Tiefen, Krieg und Frieden“ kündigte Johannes Stortz zu Beginn des Serenadenkonzerts im Dettinger Pfarrgarten an. Und in der Tat hatte unter seiner Leitung das Symphonische Orchester der Musikschule

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Florian stegmaier

Kirchheim eine vielfältig ansprechende, dennoch stringente Programmfolge im Gepäck, die solch wuchtig weit gespannte Gegensätze künstlerisch auszuloten, aber auch musikalisch zu versöhnen verstand.

Mit Mozarts A-Dur-Sinfonie KV 201 wählte das Orchester einen ebenso klassischen wie anspruchsvollen Auftakt. Der präzisen Motorik des Kopfsatzes folgte im Andante eine kontrapunktisch kunstvoll durchwirkte, von den Musikern wunderbar „con sordino“ dahingehauchte Kantilene.

Nach einem energischen Menuett fernab höfischer Tanzstilisierung zündeten im Finale die berüchtigten „Mannheimer Raketen“. Virtuose diatonische Sechzehntelfolgen, kleine energetische Impulsgeber, die der rollenden Dynamik des Schlusssatzes zusätzlichen Schub verschafften.

Gute Tradition ist es, im Rahmen der Serenadenkonzerte jungen Leistungsträgern eine solistische Bühne zu bieten. Hatten diesbezüglich in den letzten Jahren die Streicher die Oberhand, konnte sich nun mit Jonas Beck ein Posaunist den zahlreichen Hörern präsentieren.

Das dreisätzige Concertino des Berg-Schülers Lars-Erik Larsson (1908 – 1986) bietet Solist und Streichorchester gleichermaßen Raum, sich in unterschiedlichsten Stimmungen und Spieltechniken zu ergehen.

Mit sonorer Ausdruckskraft, im souveränen, freien Gestus eines „quasi improvisando“ gestaltete Jonas Beck den präludierend gehaltenen ersten Satz. In gemessener Feierlichkeit schlägt die Aria des zweiten Satzes den gern beschworenen „nordischen Ton“ an. Um den elegischen Gesang der Posaune – sensibel vom Solisten gestaltet – legt sich ein differenzierter Klangteppich der Streicher. Die neblige Tristesse weicht im Finale einer kecken, übermutig daherbrausenden Fröhlichkeit, die von Jonas Beck und seinen Mitstreitern mit überschäumendem Elan dargeboten wurde.

Mit einem Bouquet aus Gounods „Faust“ ließ das Symphonische Orchester in Tutti-Besetzung diverse Charaktere vorbei defilieren. Walzer-Noblesse und himmlisch entrückter Choral mündeten schnurstracks in die heroische Welt des Soldaten-Chores: eine passende Überleitung zu Edward Elgars berühmten Trio aus dem „Pomp and Circumstance March No. 1“.

Unter der Stabführung von Johannes Stortz strömte die Hymne in angemessenem Gleichgewicht dahin, pendelte geschmackvoll zwischen prachtvollem Pathos und einer dezenten, leicht unterkühlten Würde.

Brodelnd aufgewühlt geht es dagegen in John Williams Filmmusik „Star Wars: The Phantom Menace“ zu. Cineasten auch als „Episode I“ geläufig, verbirgt sich hinter dem Titel ein zigstündiges Science-Fiction-Epos, angesiedelt im ewig währenden Kampf zwischen Gut und Böse.

Erzählerische Bandbreite und dramatische Gespanntheit spiegeln sich auch ohne Leinwandimpressionen im Soundtrack zur Genüge wider und so konnten die Musiker zum Abschluss einige effektvoll geladene Breitseiten abfeuern: Triumphal schmetternde Fanfaren im Hauptthema, perkussives Scherzando in „Jar Jar´s Introduction“ – Charakterbild eines Hanswurst-Aliens – und eine klangewaltige Treibjagd zum Abspann.

Das begeisterte Publikum ließ es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen, die weihnachtliche Zugabe einzufordern. Dem kamen die Blechbläser des Orchesters gern nach und sorgten mit „Vom Himmel hoch“ für einen festlichen Ausklang.