Kirchheim

„Wichtig ist, dass Gutes gesagt wird“

Gemeinsames Fest von Menschen mit und ohne Behinderung

Der Chor ohne Barrieren bei einer Darbietung im Rahmen des Familiengottesdienstes.Foto: Cornelia Wahl
Der Chor ohne Barrieren bei einer Darbietung im Rahmen des Familiengottesdienstes.Foto: Cornelia Wahl

Die Lebenshilfe Kirchheim und der Aktionskreis für Menschen mit und ohne Behinderung (AKB) feiern ein fröhlich buntes Sommerfest der Inklusion.

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Cornelia Wahl

Kirchheim. Alle zwei Jahre ist es so weit, dann verwandeln sich die Gelände der Lebenshilfe und des AKB in der Kirchheimer Saarstraße in belebte Orte, an denen gemeinsam gefeiert, gelacht, gespielt und getanzt wird. Dieses Jahr boten die zwei Vereine den zuhauf erschienenen Besuchern abwechslungsreiche Unterhaltung und Informationen, wo mitgemacht oder einfach zugeschaut werden konnte.

Den Anfang des Nachmittags machte ein Familiengottesdienst, den der evangelische Pfarrer Jochen Maier von der Martinskirche unter das Motto „Das Süßeste und das Bitterste“ stellte. Eindrucksvoll ließ er die Anwesenden von selbst gesammeltem, bitterem Wermut und süßen Bonbons kosten. „Merken Sie, wie gut es tut, wenn nach dem Bitteren etwas Süßes kommt?“, fragte der Geistliche in die Runde der Gottesdienstbesucher. Auch gab er zu bedenken, dass Worte Hoffnung geben und glücklich machen können. Oder aber verletzend und verachtend wirken, was manchmal mehr schmerze, als wenn man geschlagen werde.

Ob jemand hört oder spürt „ich liebe dich, ich bin froh über dich“ oder ob jemand sagt „du taugst nichts, ich finde dich blöd“, mache den Unterschied. „Es kommt nicht nur darauf an, dass wir Gutes zu essen und zu trinken haben. Viel wichtiger ist es, dass Gutes gesagt wird“, gab der Pfarrer den Gottesdienst-Teilnehmern mit auf den Weg. Musikalisch umrahmt wurde die Andacht erstmals vom Chor ohne Barrieren und von der Band der Musikschule Kirchheim.

Anschließend konnten sich die Besucher mit einem Hubsteiger über die Dächer von Kirchheim heben lassen und einen Blick über die Stadt hinaus wagen. Wenige Meter weiter war Basteln mit Tonherzen angesagt oder es wartete die Spielstraße. Wer lieber zuschauen wollte, wohnte der Aufführung der Theatergruppe des Aktionskreises für Menschen mit und ohne Behinderung bei. Einen Eindruck über das mehr als 50-jährige Wirken der Kirchheimer Lebenshilfe gab es bei einer Filmvorführung.

Bei einem reichhaltigen Essensangebot konnten es sich die Gäste des Sommerfestes so richtig gut gehen lassen.