Lokale Kultur

Wirkungsvoll und bestechend: "Der Olivenkrug"

LENNINGEN Die Musikschule Lenningen veranstaltete mit der Lindenschule Unterlenningen ein aufwändiges Musiktheaterstück nach

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RENATE SCHATTEL

einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Elsbeth Bieler hat das Singspiel "Der Olivenkrug" den Früherziehungs- und Grundschulkindern in Lenningen mit Text und Musik auf den Leib geschrieben. Sie hat zudem über hundert Kinder fürs Singen, Musizieren und Theaterspielen begeistert und angeleitet, sodass eine ansprechende und aparte Aufführung entstanden ist, die die Gäste in der Aula im Bildungszentrum Oberlenningen begeisterte.

Neben Elsbeth Bieler, die auch die Orff-Gruppe und die Instrumentalgruppe Hava Nagila einstudiert hat, wirkten außerdem der Chor der Lindenschule unter Leitung von Sigrid Kirchner, die Musikalische Früherziehung mit Carmen Dangel, die Tanzgruppen, choreografiert von Conny Riepert, und ein Querflötenduo von Rainer Frank am musikalischen Gesamtkunstwerk mit. Für die richtige arabische Kulisse, Requisiten und Kostüme sorgten Jens Bieler, Arndt Kirchner, Heide Attinger, Grete Arenz und viele andere Helferinnen und Helfer.

Dass in Unterlenningen das Sprichwort "Viele Köche verderben den Brei" absolut nicht zutrifft, bewies die Vorstellung des "Olivenkrugs". Mit wirkungsvollen Synergieeffekten arbeiteten Musiker, Requisiteure, Beleuchter, Chor und Schauspieler zusammen, um einen präzisen Ablauf zu gewähren. Das Instrumentalensemble bestach durch subtile klangliche Schattierungen, sorgfältige Intonation und ein ausbalanciertes Klangbild. Chor und Solisten standen den Instrumentalisten in nichts nach und überzeugten durch sattelfeste Stimmen, die erstaunliche Ausdrucksfähigkeit aufwiesen.

Elsbeth Bieler hatte die Musik in den einfachen Harmoniefolgen Tonika, Subdominante, Dominante verfasst und mit Bordun-Quinten unterlegt. Die durchsichtige, schlichte Struktur der Komposition konnten die Kinder sauber und fehlerfrei nachvollziehen. Zum überzeugenden Gesamteindruck trugen insbesondere die Schauspieler bei. Ali alias Benjamin Holder und Mechmed, Isabel Stümpflen, sowie Fatima, Katharina Haury, spielten ausdrucksstark in den Hauptrollen. Der Kadi (Marina Petrovic), Kalif (Veronika Weiss) und Großwesir (Annika Attinger) waren sich ihrer Würde als Amtsträger voll bewusst.

Bestechend die Szenen auf dem Bazar und beim Umzug des Kalifen, ebenso die Szene von der Gerichtsverhandlung der Kinder. Reizende Regieeinfälle wie die Schlangenbeschwörung oder der Mütterchor ergänzten das bunte arabische Ambiente. Und die kleinsten Akteure des Abends, die Lampiontänzerinnen und Tänzer, entzückten sowieso das Publikum. Ein rundum gelungenes Gesamtkunstwerk.