Lokale Kultur

Wissende Intuition und solides Handwerk

KIRCHHEIM Verwegene, teils irritierende und zumeist unübersetzbare Titel wie beispielsweise "The Candy-appled" oder "Tangerine-flaked" sind typisch für die Arbeiten des in Berlin lebenden und aus North

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FLORIAN STEGMAIER

Dakota stammenden Künstlers David Lee Thompson. Seine 1982 entstandene Skulptur "Bell Hop" findet sich im Vorgarten des Hauses Nöth in der Jesinger Straße 15 in Kirchheim.

Die Arbeit, die stilistisch an die traditionelle abstrakte Plastik anknüpft, stellt eine Zusammenstellung von Fundstücken dar ohne Plan oder Skizze in Szene gesetzt, jedoch mit einer wissenden Intuition angegangen und handwerklich solide zusammengefügt. Wie auch in den meisten anderen Arbeiten von David Lee Thompson entsteht so ein narrativ anmutendes stählernes Gefüge, dessen skulpturale Grundanlage von weiteren plastischen Elementen umrankt wird.

Für interessierte Betrachter ergeben sich in dieser aufgetürmten, zur Einheit drängenden Vielgestaltigkeit zahlreiche immer wieder überraschende Korrespondenzen der einzelnen Teile untereinander. Völlig zu Recht werden daher David Lee Thompsons Werke gerne auch als "Plastik in der Plastik" charakterisiert.

David Lee Thompson wurde 1951 in Fargo geboren. Das Studium der Bildhauerei führte ihn Ende der Siebziger-Jahre nach Berlin, wo er Meisterschüler bei David Evison wurde. Im Jahre 1982 gründete er mit den Bildhauer-Kollegen Gisela von Bruchhausen, Klaus Duschat, Klaus H. Hartmann, Gustav Reinhardt und Hartmut Stielow die Künstlergruppe "Odious". Ausstellungen, Symposien und Workshops führten den Künstler nicht nur in den Südwesten so etwa nach Schorndorf, wo seit 1997 seine Arbeit "Swan Song" den Bahnhofsvorplatz ziert sondern auch in das europäische Ausland sowie in mehrere Städte Indiens.