Lokale Wirtschaft

Wurzel für die Zukunft

In wirtschaftlichen Krisenzeiten hat das Handwerk nicht immer goldenen Boden. Trotzdem konnte die Kreishandwerkerschaft Esslingen-Nürtingen im Neckar Forum Esslingen 205 Auszubildende wurden feierlich lossprechen. Als Gesellinnen und Gesellen blicken sie nun hoffnungsvoll in die Zukunft.

PETRA WEBER-OBROCK

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ESSLINGEN Sechs von ihnen haben ihre Ausbildung mit so guten Leistungen abgeschlossen, dass sie einen Kammerpreis entgegennehmen konnten. Die Friseuse Katrin Blanchard und der Metallbauer Holger Wenzelburger schlossen ihre Prüfung mit der Note "Sehr Gut" ab. Ebenfalls einen Kammerpreis bekamen Patrick Melber, Felix Meyer, Stephan Plotzki und Martin Sindlinger.

Katrin Blanchard ist Friseuse mit Leib und Seele. "An meinem Beruf gefällt mir, dass ich Menschen verändern und dadurch glücklich machen kann", sagt sie. Beim Handwerk ist das Ergebnis der Arbeit in diesem Fall die neue Frisur eben sichtbar und greifbar. Holger Wenzelburger geht es ähnlich. Als Metallbauer mit dem Schwerpunkt Konstruktionstechnik ist ihm vor allem die Vielseitigkeit wichtig, die der Beruf mitbringt. Für viele ist der Gesellenbrief allerdings nur ein erster Schritt auf einem langen Weg. Denn auch in diesem Bereich ist vieles im Umbruch.

Kreishandwerksmeister Manfred Scharpf gratulierte den Gesellinnen und Gesellen nicht nur, sondern nannte auch die Probleme beim Namen, vor denen das Handwerk in Zeiten wirtschaftlicher Krise steht. Die dramatische Lage am Binnenmarkt mache Reformen besonders im Bereich der Lohnnebenkosten überfällig. Er brach eine Lanze für die Betriebe, die in Innungen organisiert sind und sich, im Gegensatz zumanchen anderen, ihrer Ausbildungsverpflichtung stellen. "Eine gute Berufausbildung ist die Wurzel für die Zukunft."

Esslingens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger sagte, der Gesellenbrief sei die erste Grundlage einer unabhängigen Existenz. Diese sei heute allerdings bestimmt von der Forderungnach lebenslangem Lernen in der sich ständig verändernden Dienstleistungsgesellschaft. "Ich möchte Sie ermuntern, mit Zuversicht in die Zukunft zu gehen", sagte er.

Feierlich sprach der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Hartmut Geiger, nun die Prüflinge von allen Verpflichtungen aus dem Ausbildungsverhältnis los und erhob sie in den Stand des Gesellen.