Lokale Kultur

Zapperdockel und der Wock

Markus Fuchs vom „Figurentheater Fex“ begeisterte sein junges Publikum

Kirchheim. Das weitverbreitete Vorurteil, dass Kinder heutzutage nur noch vor dem Fernseher oder dem Computer sitzen, konnte erfreulicherweise im Verlauf der inzwischen schon siebten Kirchheimer Kinder- und Jugendtheaterwochen „szenenwechsel“ immer wieder aufs Neue nachhaltig und höchst eindrucksvoll widerlegt werden.

WOLF-DIETER TRUPPAT

Auch beim Gastspiel von Markus Fuchs vom „Figurentheater Flex“, der in der Buchhandlung Margot Schieferle in der Kirchheimer Wellingstraße gleich zwei gut besuchte und begeistert angenommene Vorstellungen absolvierte, konnte kein Zweifel darüber aufkommen, dass Kinder bei sie ansprechenden und durch Originalität und Kreativität sich auszeichnenden Programmen nahezu uneingeschränkt begeisterungsfähig sind für alles, was ihnen entsprechend liebevoll und kindgerecht angeboten wird.

Auf der Grundlage des beim Verlag Sauerländer in Düsseldorf erschienenen preisgekrönten Bilderbuches „Der Zapperdockel und der Wock“ von Georg Bydlinski mit Bildern von Jens Rassmus konnte Markus Fuchs allerbeste Unterhaltung und den begeistert mitgehenden Kindern eine echte Alternative zu Playstation, Spielkonsole oder auch Vorabendserien bieten.

In mit Blümchenmuster verseheen grünen Gummistiefeln, roter Weste und eindrucksvoller Gärtnerschürze daherkommend, konnte Markus Fuchs seinen ab einem Alter von vier Jahren geladenen Gästen überzeugend demonstrieren, dass Blumen ausgesprochen dankbar dafür sind, wenn man sich entsprechend intensiv um sie kümmern kann.

Unterschiedlichste Lebewesen wie der kleine schnurrbärtige Zapperdockel und der grundsätzlich immer schlecht gelaunte große blaue Wock können durchaus gute Freunde werden – wenn sie sich nicht grundsätzlich daran stören, dass sie ja im Grunde völlig unterschiedlich sind, eigentlich gar nicht zusammenpassen und es nach ersten Irritationen aber doch verstehen, sich zusammenzuraufen und trotzt allergrößten Gegensätzlichkeiten doch auch Gemeinsamkeiten entdecken und überraschenderweise zu sich gegenseitig unterstützenden Freunden werden können.

Dass ein Zapperdockel völlig durchsichtig werden kann, wenn er traurig ist und weinen muss, beeindruckte die bei der Vorführung versammelten gut gelaunten Kinder ungemein, die den offensichtlich immer schlecht gelaunten blauen Wock aber offensichtlich genauso uneingeschränkt akzeptierten wie den kleinen schnurrbärtigen Zapperdockel.

Der Beginn einer erstaunlichen Freundschaft bereitete den vielen Kindern offensichtlich weit weniger Probleme als den sie begleitenden mitgekommenen Erwachsenen, die rational zu verarbeiten suchten, was die sie umgebenden Kinder völlig problemlos und ganz spontan verstehen und akzeptieren konnten.

Anzeige