Lokale Kultur

Zarte Licht- und Farbschwingungen

Die Fotografin Christa Leder aus Lenningen beschäftigt sich in ihrer Arbeit vorwiegend mit der Natur

Lenningen. Die Türen der ehemaligen Scheune sind einladend weit geöffnet. Hinter einer Front aus Glas verbirgt sich die faszinierende Bilderwelt der Fotografin Christa Leder. Betritt man das Atelier, springen dem Besucher die großformatigen,

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Brigitte gerstenberger

exotischen Landschaftsaufnahmen sofort ins Auge. Fotografien von einem anderen Planeten? Mitnichten, auf ihren zahlreichen Fotostudienreisen hat Christa Leder mehrmals auch Australien besucht.

Im fotografischen Fokus ihrer Arbeiten steht daher eine rätselhafte Natur von ungeahnter Schönheit. Mit empfindsamem Blick war Christa Leder mit ihrer Kamera den Geheimnissen des fernen Kontinents auf der Spur.

Von Australiens spektakulärer Landschaft führt der Weg aber auch direkt zurück in heimatliche Gefilde. Ihr Christa Leders „Foto Art Kalender 2009“ mit dem Titel „Teck und Umgebung“ ist eine überaus beachtenswerte fotografische Arbeit, weit entfernt vom sonst üblichen kunterbunten Kalendereinerlei. Präsentiert werden ästhetische Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die das perspektivische Sehen, das Markenzeichen Christa Leders, meisterhaft wiedergeben.

„Die Formen und Linien, die schroffen Albkanten und runden Vulkankegel sind Gegensätze, die unsere wunderschöne Landschaft prägen und diese Gegensätze lassen sich besonders durch Schwarz-Weiß-Aufnahmen herrlich herausarbeiten“. Fürwahr, handwerkliches Können, gepaart mit einer famosen Bildgestaltung, lassen die geneigten Betrachter geradezu eintauchen in die schwäbische Kulturlandschaft.

Auf Christa Leders Fotokunstkarten, die sich weit über die Region hinaus größter Beliebtheit erfreuen, findet sich die Alb und das Albvorland mit seinem munteren Treiben, beispielsweise auf den Wochenmärkten der Umgebung, ebenfalls wieder. Jede einzelne Karte wird liebevoll und aufwändig mit passender Bildunterschrift von der Künstlerin gestaltet. Im Wechsel der Jahreszeiten kann man sich von der Seh- und Wahrnehmungsweise Christa Leders inspirieren lassen von Kunstkarten, die auch im entlegensten Zipfel der Welt keine klischeehaften Postkarten-Grüße aus der Heimat übermitteln.

Nach Ausbildung und Arbeitnehmerjahren im Fachbereich Fotografie war die gebürtige Lenningerin langjährig als Reportagenfotografin tätig. Seit 1990 arbeitet sie als freie künstlerische Fotografin.

„Hundertstel Sekunden entscheiden über eine perfekte Aufnahme“, ist Christa Leder überzeugt, die durch umfassende Erfahrung ganz intuitiv und sichtbar für alle immer den besten Augenblick trifft. So verwundert es kaum, dass die Fotografin beim Ablichten der vier Grundelemente des Lebens, Wasser, Erde, Luft und Feuer, Unglaubliches zu Tage fördert. Mit der Kamera hat sie aus der geradezu unbegrenzten Vielfalt der Motive in der Natur ohne Effektfilter oder sonstigen Hilfsmitteln Bilddokumente entwickelt, die durch Licht- und Farbschwingungen beinahe hypnotisch auf die Betrachter wirken.

In einer Diaschau hat sie die fesselnden Fotografien – aufgenommen am Hochgrat im Allgäu, am Eistobel in Isny, im Donntal bei Gutenberg, vom Flugzeug aus über den Alpen nach Griechenland bis hin zur Sonnwendfeier in Brucken – gelungen zusammengefasst. Das Kräftespiel der Elemente – ruhig und dann wieder wild, beschwingt und besinnlich, begleitet von Musik, macht Worte einfach überflüssig.

Auch in den unterschiedlichsten Auftragsarbeiten für Firmen und In­stitutionen schlägt sich das vielseitige künstlerische Schaffen der Fotografin nieder. Das Gestalten von Websides hat im Laufe der Jahre stetig zugenommen, stellt Christa Leder fest, die sich besonders auch über die Zusammenarbeit mit Künstlern aus der internationalen und regionalen Musikszene freut.

Unter anderem entwarf sie beispielsweise schon CD-Booklets und Plakate für die Blues-, Jazz -und Gospelsängerin Melva Houston, die chilenische Sängerin Veronica Gonzàles und den australischen Ausnahmegitarristen Michael Vdelli. Bildliche Sinneseindrücke, die das musikalische Schaffen des englischen Rock- und Bluesbassisten Paul Harriman spürbar machen gehören genauso dazu wie das in Bildern abwechslungsreich dokumentierte langjährige Wirken der Folklore-Gruppe „Zupfgeigenhansel“.

Christa Leders Sehweise belebt zu einer tieferen und genaueren Wahrnehmung der Dinge. In ihrem fotografischen Fokus steht die Mannigfaltigkeit der Natur und gleichzeitig macht sie durch ihre Fotografien auch bewusst, dass das uns umgebende Alltägliche ebenso schön sein kann.

Der „FotoArt Kalender 2009 – Teck und Umgebung“ ist erhältlich bei der Kirchheim-Info im Max-Eyth-Haus, in der Kirchheimer Max-Eyth-Straße 15, Telefon 0 70 21/30 27.