Lokale Kultur

Zuschuss für die Musikschule gekürzt

Die Wogen schlugen hoch. Nach ausgesprochen emotionsgeladener Diskussion beschlossen Wendlingens Stadträte mit knapper Mehrheit, den Personalkostenzuschuss für die Musikschule Köngen/Wendlingen um zehn Prozent zu kürzen. Damit stellte sich das Gremium gegen einen von der Verwaltung mit der Nachbargemeinde ausgehandelten Kompromiss.

SABINE FÖRSTERLING

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WENDLINGEN Für Wendlingens Bürgermeister Frank Ziegler sind dies düstere Aussichten für eine gemeinsame Schule. "Wenn wir an einer zehnprozentigen Kürzung des bisherigen Zuschusses festhalten, führt dies vermutlich zu unterschiedlichen Gebühren für Eltern aus Köngen und Wendlingen", hatte Ziegler zuvor vor zahlreichen betroffenen Zuhörern gewarnt.

Die Wogen waren schon im Vorfeld hoch geschlagen. Die Haushaltsstrukturkommission hatte nämlich angesichts der Finanzlage eine Kürzung des Personalkostenzuschusses für die Musikschule vorgeschlagen. Bisher steuerten Wendlingen und Köngen insgesamt 25 Prozent bei. Die Nachbargemeinde dachte bisher nicht an eine Reduzierung. Im Februar 2004 hatten die Wendlinger Stadträte die Sparmaßnahme beschlossen. Man strebte jedoch ein gemeinsames Vorgehen mit Köngen an. Immerhin besteht seit 1992 eine gemeinsame Gewährsträgerschaft. Inzwischen gab es zahlreiche Gespräche. Im Dezember 2004 hatte der Gemeinderat Köngen einem Kompromiss zugestimmt: Der gemeinsame Zuschuss soll nicht gekürzt, aber dafür in den nächsten fünf Jahren auf 190 000 Euro jährlich gedeckelt werden. Dies bedeutet für Wendlingen eine Ersparnis von knapp 32 000 Euro innerhalb des Planungszeitraumes. Die Mitglieder im Wendlinger Verwaltungsausschuss empfahlen im Januar jedoch zusätzlich den jährlichen Sachkostenzuschuss von 4000 Euro zu streichen. Laut Ziegler würde Köngen da mitmachen.

Mit diesem Vorschlag waren aber mehrheitlich die Gemeinderatsmit-glieder der CDU-Fraktion sowie die Freien Wähler nicht einverstanden. Sie wollen an einer zehnprozentigen Kürzung festhalten. Dafür soll der Sachkostenzuschuss zeitlich reduziert aufgestockt werden. Der Unterschied zur Empfehlung des Verwaltungsausschusses betrage im Endeffekt nur rund jährlich 3000 Euro weniger für die Musikschule, meinte der CDU-Fraktionsvorsitzende der CDU, Alois Hafner. Angesichts der miserablen Haushaltslage müssten alle gleichmäßig belastet werden.

"Man kann nicht etwas gleich behandeln, was man nicht vergleichen kann", konterte der Fraktionskollege und stellvertretende Bürgermeister Gerd Happe und strich die besondere Bedeutung der Musikschule für das kulturelle Leben hervor. Wegen 3000 Euro könne man nicht alles in den Sand setzen. Die Schule habe schon Kürzungen seitens des Landes und des Kreises hinnehmen müssen und die Lehrer hätten auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichtet. Auch der Schultes appellierte an die Ratsrunde: damit sei die gemeinsame Schule gefährdet. Unterstützung erhielt er von Marianne Erdrich-Sommer (Grüne).

"Köngen muss sich mal danach richten, was wir wollen", fegte der Fraktionsvorsitzende der FWV, Werner Kinkelin, alle Einwände vom Tisch. Zwölf Stadträte, darunter der SPD-Fraktionsvorsitzende Siegfried Haufe, stimmten für die Kürzung. Neun Stadträten von der SPD, den Grünen sowie Gerd Happe und Ingrid Stetter (beide CDU) wäre ein Deckel lieber gewesen.