Lokale Kultur

Zwei Jazz-Soireen im Alten Haus

KIRCHHEIM Im Jazzkeller "Chez Papa" im Alten Haus in der Dettinger Straße 2 in Kirchheim sind am heutigen Freitag und am morgigen Samstag jeweils ab 20 Uhr illustre Gäste zu hören. Bei den beiden Jazz-Soireen wird der Pianist Martin Schrack begleitet von Lindy Huppertsberg (Kontrabass) und der Sängerin Jutta Gruber.

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Lindy Huppertsberg, Europas bekannteste Jazzbassistin, erhielt von ihrem Lieblingsbassisten und Mentor Ray Brown den Künstlernamen "Lady Bass". Nach ersten Erfahrungen bei der renommierten Frankfurter "Barrelhouse Jazzband" gründete sie 1989 ihr eigenes deutsch-amerikanisches Quartett "Lady Bass & The Real Gone Guys" mit Ron Ringwood (vocals), Dirk Raufeisen (piano) und Tommie Harris (drums, vocals).

1996 folgte die aufsehenerregende Mainstreamgruppe "The Swinging Ladies" mit Topsolistinnen aus den USA. Lindy Huppertsberg begleitete viele namhafte Jazzstars wie Clark Terry, Arnett Cobb, Benny Golson, Kenny Burell, Bobby Durham oder Red Holloway. Im Jahr 2002 gründete sie das Power-Trio "WitchCraft" mit Anke Helfrich (piano) und Carola Grey (drums ), spielt aber auch nach wie vor in zahlreichen anderen Projekten und Bands als festes Mitglied mit. Ihr kräftig swingender und groovender Bassstil ist in zahlreichen All-Star-Formationen gefragt.

Jutta Gruber ist eine überaus versierte Jazzsängerin besonders im süddeutschen Raum bekannt und mit vielen bekannten europäischen Größen der Szene in unterschiedlichen Projekten auch in Rundfunk und Fernsehen aufgetreten (BR, ZDF "Swing & Talk-extra").

Sie komponiert und textet selbst. Auf ihrer ersten Solo-CD aus den 90ern hat sie ausschließlich eigene Songs veröffentlicht. Jutta Grubers Vorliebe gilt langsamen Balladen der klassischen Jazzliteratur: Das dunkle Timbre ihrer Stimme wird hier besonders expressiv und sinnlich. Gemeinsam mit ihren Mitmusikern erweitert sie Mainstream-Standards zu einem besonderen Hörerlebnis und entdeckt sie gewissermaßen neu. Das laufende Projekt mit Günter Lenz und Wilson de Oliveira ist in diesem Kontext besonders hörens-wert.

Martin Schrack (piano) studierte von 1975 bis 1978 an den Musikhochschulen in Würzburg und Stuttgart Klavier und Komposition. Danach war er freiberuflich tätig. Martin Schrack war 1975 Preisträger beim Jazzwettbewerb des Kultusministeriums von Baden-Württemberg und 1976 Sieger beim internationalen Jazzwettbewerb Nagold, wo er einen Sonderpreis als bester Pianist des Wettbewerbs erhielt.

Heute ist Martin Schrack Professor für Jazzpiano an der Musikhochschule Nürnberg. Er spielt und spielte unter anderem schon mit Formationen wie "RE", dem "Joe Viera Sextett", "Herrgottsax", "Charly Antolini's Jazz Power", "Bobby Burgess Big B and Explosion", "Südpool", "batterie", "Timeless Art Orchestra".

Gemeinsame Auftritte hatte Martin Schrack auch schon mit Musikern wie Bob Mintzer, Benny Bailey, Joe Gallardo, Fatty George, Sally Oldfield, Ernie Watts, Don Rader, Dusko Goykovich, Tony Lakatos, Wolfgang Haffner, Don Menza, Chuck Israels, Bobby Shew, Pete York, Paquito d'Rivera, Sandy Patton, Maria Schneider und Sheila Jordan.

pm