Lokale Kultur

Zwischen Tradition und Gegenwart

OWEN Eine Premiere der besonderen Art fand in der Owener Bernhardskapelle statt. Erstmals gab die Musikschule Owen ein Schüler- und Lehrerkonzert in dem erlesenen Ambiente. Die Kapelle, erstmals im Jahre 1276 urkundlich erwähnt, wurde bekanntlich im Jahre 2002 restauriert und hierfür vom Bund deutscher Architekten prämiert.

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Unter dem Motto "Tradition und Gegenwart von Bach bis Barber" boten Schüler und Lehrer der Klassen Hermann, May, Frank und Kerrigan der Musikschule Owen ihr Können dar.

Zur Eröffnung spielte Martin Hermann mit seiner Schülerin Miriam Bohnacker, beide Blockflöte, die "Sonate C-Dur" des Barock-Komponisten Joseph de Boismartier, gefolgt von den Klavierwerken "Präludium C-Moll" von Johann Sebastian Bach, gespielt von Stefanie Godel und Bartoks "Kinderspiel", dargeboten von Stefanie Bross.

Anschließend sang Tatjana Sigel aus der Gesangsklasse Aylish Kerrigan mit junger und viel versprechender Stimme die Arie "O Cessate di Piagarmi" von Scarlatti, wie alle Gesangsbeiträge, begleitet von Noemi May am Klavier. Ein weiterer Duo-Beitrag war "Partita G-Dur" von Telemann, gespielt von Julia Benker, die von ihrer Mutter am Klavier begleitet wurde. Darauf spielte Dorothea Stegmeier aus der Klavierklasse das Prelude aus der "englischen Suite G-Moll" von Bach. Ein großartiger Beitrag war Sebastian Franks Interpretation der "Nachtvögel" der zeitgenössischen Komponistin Agnes Dorwarth, bei dem Bass- und Altflöte teilweise in faszinierenden ungewohnten Klängen zu hören waren.

Mit Samuel Barbers "Sure On This Shining Night" überzeugte die Sopranistin Uta Rendl das Publikum. Der letzte Beitrag vor der Pause war das "Menuett & Trio" des Barock-Komponisten Karl Ditters von Dittersdorf und das zeitgenössische "In The Kitchen" des russischen Komponisten Tscherepnin, beide virtuos vorgetragen vom Querflöten-Ensemble Rainer Frank.

Den zweiten Teil eröffnete Sevan Boyaciyan mit "Alaturca" von Mozart auf der Gitarre, gefolgt von einem weiteren rhythmisch komplexen Lied von Barber "The Monk and His Cat", gesungen von Sissilia Stieglmeier in kräftigem Mezzosopran. Wieder aus der Barockzeit stammte die von Martin Hermann und Manuel Nuzzi auf Blockflöten vorgetragene "Sonate A-Moll Op. 1" von Loeillet sowie die Arie "Tu lo sai" von Torelli, bei der Carolina Bross ihre schöne Altstimme glänzen ließ. Die "Variationen auf das Thema aus der Zauberflöte" von Mozart spielte Andrea Göring auf dem Klavier, gefolgt von einem weiteren Werk Mozarts "Voi che sapete", gesungen und hervorragend dargestellt von Katharina Sigel, Mezzosopran. Die bekannte "Air in G String" von Bach war der Beitrag des begabten jungen Pianisten Milisav Radic. Den krönenden Abschluss bildete die Händel-Arie "Süße Stille, sanfte Quelle", vorgetragen von Ingrid Vogel mit strahlendem Sopran, begleitet von Noemi May am Klavier sowie Martin Hermann, Blockflöte.

Wenn auch nicht im Einzelnen kommentiert, muss man hinzufügen, dass alle teilnehmenden Musiker hervorragende Leistungen erbrachten, vor allem auch unter Berücksichtigung ihres teils sehr zarten Alters. Entsprechend wurden diese Leistungen vom zahlreich erschienenen Publikum honoriert. Ein niveauvolles, unterhaltsames und durchaus wiederholenswertes Ereignis, eine große Bereicherung des musikalischen Lebens in Owen.

pm