Weltspartag

Die wichtigsten Trends

pm. Ein nicht zuletzt für die jungen Sparkassenkunden wichtiger Tag ist der Weltspartag, der jedes Jahr Ende Oktober stattfindet. Zu diesem Anlass präsentiert der Deutsche Sparkassen- und Giroverband regelmäßig das Vermögensbarometer unter der Überschrift „Die Deutschen und ihr Geld“. Es handelt sich um die wichtigsten Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage. In diesem Jahr wurden dafür von Mai bis Juli 2018 insgesamt 2.738 Menschen in ganz Deutschland befragt.

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Auf einen Blick sind hier die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:

■ Fast zwei Drittel der Deutschen (63 Prozent) sind sehr zufrieden oder zufrieden mit ihrer finanziellen Situation. Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2005. Explizit (sehr) unzufrieden äußert sich lediglich eine Minderheit von acht Prozent. Die finanzielle Zufriedenheit ist in den einzelnen Altersgruppen in etwa gleich ausgeprägt.

■ Das Konsumverhalten ist gegenüber den Vorjahren weitestgehend konstant geblieben.

Knapp drei Viertel (73 Prozent) haben nach eigenem Bekunden ihren Konsum nicht verändert. Zudem ist der Anteil derjenigen, die nach eigener Einschätzung weniger konsumiert haben, mit 19 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Anteil der Menschen, die mehr konsumiert haben (acht Prozent).

Obwohl mehrheitlich genug Geld verfügbar wäre, besteht für die Menschen offenbar weder die Notwendigkeit noch der Wunsch nach höheren Konsumausgaben. Ähnlich verhält es sich mit dem geplanten Konsumverhalten für die kommenden zwölf Monate.

■ Das Thema Preisanstieg beschäftigt die Menschen: Vier von fünf Befragten (81 Prozent) haben das Gefühl, in letzter Zeit seien die Preise gestiegen. Nahezu jeder Vierte (24 Prozent) spricht sogar von einem starken Preisanstieg. Das widerspricht dem sehr moderaten Anstieg des Verbraucherpreisindexes, den das Statistische Bundesamt als offizielle Inflationsrate ausgewiesen hat.

■ 32 Prozent der Menschen in Deutschland machen sich aufgrund der niedrigen Zinsen verstärkt Gedanken um ihre Altersvorsorge. Doch nur 16 Prozent, und damit etwa jeder Sechste, sind bereit, mehr Risiko bei der Geldanlage in Kauf zu nehmen, um die Renditechancen zu erhöhen.

■ Sorgen bei der Ersparnisbildung haben 61 Prozent der Menschen. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 zeigten sich noch drei Viertel aller Menschen besorgt. Stark rückläufig ist der Anteil derjenigen, die die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank als Hauptgrund für ihre Besorgnis nennen (ein knappes Drittel versus gut die Hälfte im Jahr 2017).

Angestiegen ist dagegen der Anteil der Menschen, die die politische Lage Auf einen Blick: Die wichtigsten Trends als wichtigsten Grund ansehen, sich bei der Ersparnisbildung Sorgen zu machen (zehn Prozent im Jahr 2018 versus vier Prozent im Jahr 2017).

■ Bei der Motivation zum Sparen nimmt die Altersvorsorge bzw. Zukunftssicherung mit 28 Prozent der Nennungen Platz eins ein. Auf dem zweiten Platz folgt mit 23 Prozent die Rücklagenbildung für Notsituationen. Gespart wird aber auch für konkrete Anschaffungen (14 Prozent), für Urlaub und Freizeitaktivitäten (acht Prozent) oder die Erfüllung eines Wunsches (sieben Prozent).

■ Ihr Sparverhalten haben 38 Prozent der Menschen an die Niedrigzinsphase angepasst, 18 Prozent der Befragten haben dies durch die Wahl anderer Anlageprodukte getan. Diese Teilgruppe wurde befragt, welche Anlageformen sich für Zeiten niedriger Zinsen besser oder schlechter eignen. Per saldo wird das Eigenheim mehrheitlich als beste Anlageform angesehen: Immobilien weisen mit 31 Prozentpunkten den höchsten Saldo aus. Allerdings ist dieser Saldo im Vergleich zu 2017 um fünf Prozentpunkte rückläufig. Erhöht hat sich dagegen der Saldo derjenigen, die Investment- und Immobilienfonds als geeignet einstufen. Er liegt bei 26 Prozentpunkten, sieben Prozentpunkte mehr als im Jahr 2017.

■ Vier von fünf Menschen betreiben finanzielle Vorsorge oder planen dies; nur ein knappes Fünftel tut das nicht. Neun Prozent sehen sich dazu nicht in der Lage. Der Anteil der Vorsorger ist gegenüber 2017 um acht Prozentpunkte von 72 auf 80 Prozent gestiegen, der der Nichtvorsorger ist um fünf Prozentpunkte von 23 auf 18 Prozent gesunken.

Im Bundesländervergleich hat Hessen mit 87 Prozent den höchsten Anteil an Vorsorgern, Schlusslichter sind Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg mit jeweils 74 Prozent.

■ Ein Drittel der 20- bis 50-Jährigen plant den Immobilienerwerb, davon wollen 46 Prozent ein Eigenheim bauen oder kaufen. 22 Prozent bevorzugen ein Mietobjekt und 30 Prozent wollen sich sowohl ein Eigenheim als auch ein Mietobjekt zulegen. 82 Prozent sind bereit, sich für eine selbst genutzte Immobilie zu verschulden, häufig bis zu 60 Prozent des Kaufpreises (43 Prozent).

■ In der Fokusgruppe Frauen ist die finanzielle Zufriedenheit mit 62 Prozent etwas weniger ausgeprägt als bei den Männern (65 Prozent). Zudem legen Frauen bei den Kriterien zum Vermögensaufbau weitaus mehr Wert auf Sicherheit: Für 48 Prozent der Frauen, aber nur für 41 Prozent der Männer gehört diese zu den wichtigsten drei Kriterien. Nur 35 Prozent der Frauen haben ihre Geldanlage an die Niedrigzinsen angepasst - bei den Männern sind es 42 Prozent, und nur 15 Prozent haben dies durch die Wahl anderer Anlageprodukte getan (Männer: 22 Prozent). Frauen und Männer sparen aber in vergleichbarem Umfang für die Altersvorsorge. Die monatlichen Sparraten beider Geschlechter sind in etwa gleich hoch. Nach eigenem Bekunden ist bei Frauen der Kenntnisstand im Hinblick auf Wertpapiere schlechter als bei Männern: Nur elf Prozent der Frauen, aber 19 Prozent der Männer fühlen sich auf diesem Gebiet (sehr) kompetent. Vielleicht sind hier die Frauen in ihrer eigenen Einschätzung aber auch nur realistischer.

Das Vermögensbarometer 2018 kann man als pdf unter der Adresse www.dsgv.de/sparkassen-finanzgruppe/publikationen/vermoegensbarometer.html herunterladen.