Owen. Die Owener Stadtinfo ist „mit heißer Nadel gestrickt“, sagte Bürgermeisterin Verena Grötzinger beim Vorab-Termin zur Eröffnung. Nach wenigen Wochen konkreter Planung sei an einer zentralen und gut sichtbaren Stelle das neue Anlaufzentrum für Besucher der Stadt und der Region entstanden. Von „Touristen“ möchte Verena Grötzinger lieber nicht sprechen, da „Tourismus“ für sie ein bisschen zu sehr nach Mallorca klingt. Stattdessen verwendet sie also lieber den etwas sperrigeren Begriff „Naherholungssuchende“.
Nun, wie auch immer die Besucher genannt werden: Ab sofort haben sie die Möglichkeit, sich samstags und sonntags jeweils von 11 bis 16 Uhr über die Tourismus- oder Naherholungsangebote in und um Owen zu informieren. Dazu gehören außer Stadt-, Bernhardskapellen- und Kirchenführungen auch verschiedene Wanderungen – unter anderem thematische über Kräuter oder Sagen. Und natürlich geht es auch um Streuobstwiesen. Die können einerseits erwandert werden, und andererseits erhalten die Besucher der neuen Stadtinfo Informationen über Direktvermarkter.
„Wir können den Besitzern der Streuobstwiesen kein Geld für den Erhalt der Kulturlandschaft geben“, sagte Verena Grötzinger zur Eröffnung, „aber wir können jetzt dafür sorgen, dass mehr Abnehmer zu ihnen kommen.“ In der Stadtinfo selbst werden natürlich auch regionale Produkte verkauft. Allerdings ist das Sortiment, das Ute Rudolph und ihr Team an Wochenenden feilbieten, vorerst auf die speziellen Produkte zum Jubiläumsjahr „Stadt Owen – 750 Jahre Leben unter der Teck“ beschränkt.
Das Jubiläumsjahr bestimmt sogar das Ende des Probebetriebs: Zu Beginn des neuen Jahres will die Stadt gemeinsam mit allen ehrenamtlichen Helfern und mit allen Organisationen, die zum Gelingen der „Info-Teck“ beitragen, Bilanz ziehen und anschließend über eine Fortführung diskutieren. Bis dahin lassen sich auch schon erste Aussagen treffen, wie viele Besucher durchschnittlich nach Owen kommen und welche Interessen sie mitbringen.
Die Owener wollen dabei aber nicht ihr eigenes Süpplein kochen, sondern auch Informationen über Angebote im gesamten Biosphärengebiet weitergeben – in der Hoffnung auf gegenseitige Hilfe. So sollten Owener Faltblätter eben auch in einem größeren Umkreis Verbreitung finden.
Möglichen Skeptikern, die fragen, wofür eine vergleichsweise kleine Kommune wie Owen denn eine Touristeninformation benötigt, begegnet Bürgermeisterin Grötzinger offensiv mit dem Hinweis auf den Owener CMT-Auftritt. Anfänglich habe es da auch geheißen: „Was will Owen auf der CMT, was sollen wir denn da präsentieren?“ Inzwischen sei es aber so, dass in Owen gefragt werde: „Wer darf denn jetzt wieder mit auf die CMT?“
Auf eine ähnliche Resonanz hoffen die Owener nun also auch mit ihrer „Info-Teck“, die einerseits verkehrsgünstig an der Durchfahrtsstraße liegt und andererseits idyllisch an der Lauter. Aber nicht nur Autofahrer sollen Owen im Jubiläumsjahr und darüber hinaus besser kennenlernen, sondern auch Zugfahrer. Dafür sollen die Kirchheimer S-Bahn und ihr Anschluss an die Teckbahn sorgen.
Die Owener Stadtinfo in der Kirchheimer Straße 75 ist – wie bereits erwähnt – samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. In dieser Zeit ist sie auch telefonisch unter der Nummer 0 70 21/9 82 68 11 zu erreichen. Diese Nummer ist zugleich auch die Faxnummer. Die E-Mail-Adresse lautet stadtinfo@owen.de. Unter der Woche werden Anfragen an die Stadtinfo im Rathaus unter Telefon 0 70 21/80 06-0 entgegengenommen und weitergeleitet.
