27.08.2015 - 02:02 Uhr

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„Schmidts Katze“ ist aus dem Sack

Sommernachtskinobetreiber Reimund Fischer hat die sprichwörtliche Katze aus dem Sack gelassen: Der Überraschungsfilm zum Thema „Best of Summer 2015“ wird eine Deutschland-Premiere. Drei Wochen vor dem Kinostart läuft „Schmidts Katze“ erstmals öffentlich 
– und das in Kirchheim!

Andreas Volz
Sommer, Nacht und Kino geben dem Martinskirchplatz eine einzigartige Atmosphäre. Dieser Atmosphäre ist jetzt auch die Deutschland-Premiere von „Schmidts Katze“ zu verdanken.Fotos: Markus Brändli
Sommer, Nacht und Kino geben dem Martinskirchplatz eine einzigartige Atmosphäre. Dieser Atmosphäre ist jetzt auch die Deutschland-Premiere von „Schmidts Katze“ zu verdanken.Fotos: Markus Brändli

Kirchheim. Heute in einer Woche, am Donnerstag, 3. September, gibt es im Sommernachtskino auf dem Martinskirchplatz einen ganz anderen Film als den, den das Programmheft verspricht. Da ist nämlich von einer „Bilanz“ die Rede und vom „besten, erfolgreichsten Kinofilm des Sommers 2015“. Das könnte so einiges sein. Bislang waren es folgende fünf Filme, die für einen vollen Kirchplatz und für Zuschauerzahlen zwischen 900 und 1 000 gesorgt haben: „Traumfrauen“, „Mi­nions“, „Honig im Kopf“, „Verstehen Sie die Béliers“ und „Täterätää – Die Kirche bleibt im Dorf 2“.

Sommernachtskino 2015
Sommernachtskino 2015

Einer dieser Filme kommt auf jeden Fall noch ein zweites Mal, das war von Anfang an klar: „Honig im Kopf“ kehrt am Mittwoch, 2. September, auf die Leinwand zwischen Max-Eyth-Haus und Martinskirch­turm zurück. Die ebenso berührende wie charmante Auseinandersetzung mit dem Thema „Demenz“ gehört also auf jeden Fall zu den bemerkenswerten Filmen des Sommers 2015.

Aber „Schmidts Katze“? Den Film gibt es „öffentlich“ noch gar nicht. Insofern ist der „beste Film des Sommers 2015“ nächste Woche keine Rückschau, sondern ein Blick nach vorn. Für Reimund Fischer ist das aber kein Widerspruch. Ganz im Ge­genteil: „,Schmidts Katze‘ ist das beste, was wir im Sommer 2015 bieten können – ein Film, der noch gar nirgends vor großem Publikum gelaufen ist. Es war für uns nicht einfach, diesen Film zu kriegen.“

Dass „Schmidts Katze“ nun ausgerechnet in Kirchheim seine Deutschland-Premiere feiert, ist für Reimund Fischer „sensationell“ und „einzigartig“. Dafür wäre sicherlich eine ganze Reihe deutscher Großstädte in Frage gekommen, die ebenfalls hochkarätige Open-Air-Kino-Veranstaltungen zu bieten haben.

Warum also ausgerechnet die vergleichsweise kleine Stadt Kirchheim? Zum einen, weil – ähnlich wie bei der Kirche im Dorf – Schwäbisch gesprochen wird. Zum anderen, weil der Film komplett im „Ländle“ gedreht wurde. Und schließlich, wie Reimund Fischer betont: „Weil das der Erfolg jedes einzelnen Besuchers in unserem Sommernachtskino ist. Jeder Zuschauer hat das Kirchheimer Open-Air-Kino zu dem gemacht, was es ist. Und diese Zuschauer haben sich die Premiere verdient, nicht wir als Kinobetreiber.“ Fotos von der Atmosphäre des Sommernachtskinos auf dem Martins­kirchplatz hätten die Verantwortlichen beim Filmverleiher MFA davon überzeugt, dass Kirchheim der richtige Ort für die Premiere ist.

Am heutigen Donnerstag ist für „Schmidts Katze“ ebenfalls ein wichtiger Tag: Der Streifen geht als einer von acht Filmen ins Rennen um den deutschen Beitrag für die nächste Oscar-Verleihung – in der Kategorie „bester fremdsprachiger Film“. Dass „Schmidts Katze“ noch vor dem Kinostart in die Vorauswahl gelangt ist, dürfte sich als äußerst werbewirksam erweisen für den skurrilen Film um den verklemmten Brandstifter Werner Schmidt. Reimund Fischer jedenfalls drückt „seinem“ Premierenfilm für heute schon einmal beide Daumen.

Zur Premiere nächste Woche hofft Reimund Fischer auf einen Besuch des Regisseurs Marc Schlegel. Das wäre die konsequente Fortsetzung seines Konzepts: Erst kürzlich war ja Sabine Hahn bei ihm zu Gast – die „ausgeflippte Alte“ aus „Täterätää“.

Noch über eine weitere Fortsetzung freut sich Reimund Fischer außerordentlich: über die fortgesetzt guten Wetteraussichten. Bis über das Ende des Sommernachtskinos am 
6. September hinaus sei Sonne angekündigt, kaum Wolken – und vor allem kein Regen.

Zwar hätte sich gerade auch das treue Allwetter-Publikum „Schmidts Katze“ verdient. Aber dem gesamten Kirchheimer Sommernachtskino steht für seine erste Deutschland-Premiere auf jeden Fall eines zu: der perfekte Sommerabend mit tausend Besuchern.

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