08.02.2012 - 02:02 Uhr

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Ein Abend, der die Seele berührt

Sylvia Nickus

Notzingen. Mit leisen Tönen und tief empfundenen Gefühlen zog Thea Eichholz rund 170 Besucher in der Jakobuskirche in Notzingen in ihren
 Bann. Für das Konzert der in der christlichen Musikszene bekannten Sängerin, Texterin und Komponistin bot die Kirche einen besonders stilvollen Rahmen, in dem sie mit ihrer warmen Altstimme ihr Publikum verzauberte. Thea Eichholz erzählte in ihren Liedern von ihrem Glauben an Gott, unter dessen ausgebreiteten Flügeln sie ihren Ort der Zuflucht findet: „Ich berge mich ganz nah bei dir.“

Einen solchen Ort der Zuflucht und der Wärme bot die Notzinger Kirche auch den zahlreichen Besuchern, die trotz der klirrenden Kälte ihren Weg in das Gotteshaus gefunden hatten: Die gedrängte Nähe der Menschen und die beheizten Kirchenbänke verbreiteten schnell eine heimelige Atmosphäre. Die Künstler hatten es in der Sakristei nicht so warm – vielleicht war es diesem Umstand zu verdanken, dass die Pausen kurz ausfielen und zahlreiche Zugaben gerne im warmen Kirchenschiff gespielt wurden.

Der evangelische Arbeitskreis „Kirche und Kultur“ hatte die Idee, die Sängerin mit ihrem Soloprogramm nach Notzingen einzuladen, erzählte Pfarrer Edgar Tuschy, der mit dem stimmungsvollen Verlauf des Abends hoch zufrieden war. „Es ist ihre direkte Art, den Leuten den christlichen Glauben mit Dingen aus dem Lebensalltag nahezubringen.“ Im Rahmen eines Gottesdienstes sei das nur schwer zu vermitteln.

Den gelebten Glauben lebensnah in Texte zu verpacken, die tief ins Herz gehen – das ist das Geheimnis ihres Erfolgs. Ihre Songs, gesprochenen Texte und Gedichte boten einen Streifzug durch das Leben der Künstlerin und beeindruckten durch ihre Offenheit und Authentizität.

Die 46-Jährige wurde musikalisch von ihrer Band begleitet: Juliane Baer sorgte für den Backgroundgesang, Jonathan Baer gab am Schlagzeug den Takt an und Benjamin Seipel begleitete virtuos am Keyboard die Lieder, die von den Geheimnissen des Lebens erzählen und nachdenklich stimmen. Trauer und Freude liegen nahe beieinander, und alles wird mit einer Prise Humor gewürzt. Die Fältchen, die auch ihr Gesicht zieren, nimmt Thea Eichholz mit den Worten „wie gut, dass ich nicht einfältig bin“ auf die Schippe. Viele ihrer Lieder sind in „Sturmzeiten“ entstanden, als ihr erster Mann an Krebs verstarb. Auch von ihren Erfahrungen als Mutter des zuweilen uncharmanten „Jung-Gemüses“ ihrer heutigen Patchworkfamilie mit vier Kindern erzählt sie in ihren Liedern. Außerdem berichtet sie, wie sie den Alltag bewältigt, getragen vom Glauben an Gott. Die Besucher erlebten einen Mut-mach-Abend, der die Seele berührte.

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