Kirchheim. Einen wahrhaft zauberhaften Vormittag erlebten gestern Schülerinnen und Schüler, die in der Bastion eine Theaterpremiere mit
den Mitgliedern des als „Stage Divers(e)“ firmierenden Vereins „Forum für Jugend-Theater-Kultur“ genießen konten.
Auch wenn dabei auf offener Bühne ein „satanarchäolügenialkohöllischer Wunschpunsch“ gebraut werden sollte, konnten sich die begleitenden Lehrerinnen entspannt zurücklehnen. Sie kannten schließlich alle die von Michael Ende erfundene Handlung und konnten sich zudem darauf verlassen, dass ein aus einem Schultheater hervorgegangenes Ensemble die sie unterstützenden Pädagogen nicht enttäuschen und niemals ihre handverlesenen Premierengäste langweilen würden.
Dieses unausgesprochene Versprechen wurde erfüllt. Nachdem der sperrige Titel des Stücks auf Text-Bannern auf die Bühne und wieder herunter getragen war, konnte die effektvoll ins richtige Licht gerückte Aufführung eines vor über 20 Jahren geschriebenen Stücks beginnen, das nichts von seiner visionären überzeitlichen Qualität eingebüßt hat.
Die von Michael Ende vermittelte Botschaft wurde in der Inszenierung von Stage Divers(e) zeitgemäß, kurzweilig und abwechslungsreich in Szene gesetzt. Mögliche Ängste, dass bei einem Schultheater-Projekt nur diejenigen eine Chance haben, die viel Text auswendig lernen können, wurde dabei erfolgreich zerstreut.
Während die Hauptdarsteller sich auf ihre Texte konzentrieren und sich gelegentlich auch etwas helfen lassen mussten, begeisterten vor allem die Nebendarsteller mit ihrer überbordenden Spielfreude. Dass das lange eher reglos hinter dem Keyboard hockende „Skelett“ überraschend seine sportlich-tänzerischen Qualitäten unter Beweis stellen konnte, gefiel genauso wie das ungemein aktive Agieren der sprachlos sich immer wieder überzeugend in den Vordergrund spielenden Kätzchen.
Ihre eigentlich nur beiläufig in Szene gesetzten Ausflüge auf die Galerie wurden so intensiv wahrgenommen, dass sie zuweilen geradezu vergessen ließen, was sich gerade unten auf der Bühne abspielt.
Die Geschichte des Zauberers Beelzebub Irrwitzer und seiner geldgierigen Tante Tyrannia Wamperl wurde mit Blick auf die unbarmherzig ablaufende Uhr gesteuert. Die Darsteller der zu ihnen gehörenden Tiere schufen sich genügend Raum, die sich zwischen dem eigentlich ja vogelfressenden Kater Moritz und dem gewitzten Raben Jakob sich entwickelnde und vorgegebene Grenzen mühelos überschreitende Freundschaft glaubwürdig zu entwickeln.
Von den angeblich Mächtigen ausgenutzt, konnten die beiden Spione ihre unmöglich erscheinende Mission erfüllen, die gefährdete Welt – wenn auch erst kurz vor Mitternacht – zu retten und für künftige Generationen lebenswert zu machen. Ende gut, alles gut, lautete dann auch die finale Erkenntnis des eindrucksvoll inszenierten Stücks, das im Fortgang der turbulenten Handlung viele wichtige Fragen aufwarf, die es alle wert sind, im Anschluss an die begeisternde Aufführung noch einmal intensiver beleuchtet zu werden.

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