Berufsorientierung im CJD Hohenreisach
Persönlicher Gewinn

Im Auftrag des Bundesministe­riums für Forschung und Bildung und des Bundesinstituts für Berufsbildung bietet das CJD Jugenddorf Hohenreisach seit Januar eine Berufsorientierung an. Die Berufsorientierung ­richtet sich an Schüler der Klassen 8 aller allgemeinbildenden Schulen.

Kirchheim. Die Berufsorientierung ist der erste Schritt, mit dem die Konrad-Widerholt-Förderschule ihre Schüler auf die Arbeitswelt vorbereitet. Im Schulprofil ist die Berufs­orientierung ab Klasse 8 Schwerpunkt in der Oberstufe. - Neugierig und offen sind sie, die 26 Schüler der Konrad-Widerholt-Förderschule, als sie zur Berufsorientierung in das CJD Jugenddorf Hohenreisach kommen. Die Schüler nehmen die Möglichkeit wahr, sich zehn Tage lang in drei unterschiedlichen Berufsfeldern intensiv zu erproben und einen Arbeitstag zu erleben. Für die Berufsorientierung wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Konrad-Widerholt-Förderschule und dem CJD Hohenreisach für die Dauer von drei Jahren abgeschlossen.

Unter berufspädagogischer Anleitung können die Jugendlichen in den Berufsfeldern Gartenbau, Farbe und Raumgestaltung, Erziehung und Pflege, Nahrung/Gaststätten, Metall, Hauswirtschaft, Büro und Bauzeichner ihre Fähigkeiten erforschen. Unter Anleitung der Ausbilder werden beispielsweise im Metallbereich kleine Werkstücke angefertigt, bei denen Genauigkeit und sauberes Arbeiten erforderlich sind. Im Gartenbau lernen die Jugendlichen die verschiedenen Fachbereiche kennen und können erste Arbeitsaufträge ausführen. Die Bestimmung von Pflanzen gehört ebenso dazu wie das korrekte Verlegen von Steinen und Platten, das körperlich anstrengt und exaktes Arbeiten verlangt. Für die Schüler war es der erste Kontakt mit der künftigen Arbeitswelt und nicht immer einfach, einen Acht-Stunden-Tag zu bewältigen. Hier sind vor allem Ausdauer und Durchhaltevermögen gefragt.

Die Schüler selbst erleben die Berufsorientierung trotz Anstrengung als motivierend. So zum Beispiel Steffen: „Die Arbeit im Gartenbau hat mir besonders gut gefallen. Die Arbeit war vielfältig und abwechslungsreich.“ Oder auch die Schülerin Isi: „In Hauswirtschaft habe ich viele neue Sachen gelernt, die wir in der Schule gar nicht machen können.“

Die Berufsorientierung hat das Ziel, Erfolge zu vermitteln, Erfahrungen zu sammeln, Arbeitsleben auszuprobieren und schlummernde Talente zu entdecken, um den Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern. Schüler und Klassenlehrer ziehen nach den zwei Wochen ein positives Fazit. Sonderschullehrer Klaus Pfisterer: „Unsere Schülerinnen und Schüler können sich beweisen und bekommen viele positive Rückmeldungen von den Ausbildern. Das stärkt sie auf ihrem weiteren Weg zu einem Ausbildungsberuf.“

Inge Starzmann-Heß, Leiterin des CJD Jugenddorfs Hohenreisach, möchte das unterstreichen:“ Berufsorientierung kann nicht früh genug beginnen. Vor allem praktisches Erproben und Erfolge in dem, was Jugendliche tun, prägen sie in ihrer Persönlichkeit und inneren Haltung sowie in ihrer Motivation. Jeder Mensch hat Fähigkeiten und Potenziale. Es gilt, sie zu erkennen und für die jungen Menschen und deren berufliche Ausrichtung zu nutzen.“Zur Verabschiedung erhalten die Schüler einen Quali-Pass. Das Zertifikat bescheinigt amtlich die entdeckten Stärken und Fähigkeiten und kann künftigen Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz beigelegt werden.pm