10.05.2013 - 02:02 Uhr

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Hahnweide-Pilot hat die Nase vorn

Ohne Tagessieg, dafür aber mit konstant guten Leistungen hat sich der Hahnweide-Pilot Bernd Weber am dritten und bisher letzten Wertungstag des 47. Hahnweide-Wettbewerbes an die Spitze des Gesamtklassements in der 18-Meter-Klasse gesetzt. Damit verwies der Pilot der Fliegergruppe Neckartal Köngen gleich vier Mitglieder der britischen Segelflugnationalmannschaft auf die Plätze zwei bis fünf. Der gestrige Tage wurde aufgrund des Wetters neutralisiert.

Claus M. Zeumer

Kirchheim. Am dritten Wertungstag hatte beim Blick zum wolkenverhangenen Himmel noch wenig daraufhin gedeutet, dass der Tag zum dritten Flugtag in Folge werden würde. Doch die Wettbewerbsleitung um Marc Puskeiler vertraute auf die Aussagen des Wettbewerbsmeteorologen Dr. Karl Josef „Jupp“ Dahlem und ließ die drei „kleinen“ Klassen – 15-Meter-Klasse, Standardklasse und die 18-Meter-Klasse – auf der Bahn aufstellen. Am frühen Nachmittag rissen die Wolken schließlich wie vorhergesagt auf, und der Startbetrieb konnte beginnen.

Dabei lief es anfangs noch schleppend für Bernd Weber, der sich schwer tat, auf die für den Abflug erlaubte Höhe von 1 500 Meter zu kommen. Der dadurch im Vergleich zu großen Teilen der Konkurrenz späte Abflug erwies sich jedoch als Glücksfall für den sympathischen Schwaben. Bei sich verbessernden thermischen Bedingungen konnte er Zeit auf die vor ihm gestarteten Piloten gutmachen und beendete den Flug entlang der mit 174 Kilometer vergleichsweise kurzen Strecke bei einem Stundenmittel von 92,7 km/h mit der dritten Tagesplatzierung.

Mit 119 km/h war Weber am ersten Wertungstag sogar der schnellste Flug gelungen. Punktabzug für einen zu schnellen Abflug – die zulässige Abfluggeschwindigkeit ist im Wettbewerb aus Sicherheitsgründen beschränkt – bedeuteten am Ende des Tages jedoch nur Platz neun. Auf den Plätzen vor ihm landeten acht Piloten des „Pulks“, in dem auch Bernd Weber mitflog. Als Pulk bezeichnet man im Segelflugsport Gruppen von Flugzeugen, die die Wettbewerbsaufgabe im mehr oder minder engem Teamflug bestreiten. Ähnlich wie im Radsport sind so Durchschnittsgeschwindigkeiten erreichbar, die für einen einzelnen Piloten sonst kaum möglich wären. Man habe sich gegenseitig schneller gemacht, beschreibt Bernd Weber die Situation.

Seinen sportlichen Tiefpunkt hatte er am zweiten Wertungstag. Bis dahin gut im Rennen liegend, musste Weber, der seinen Mitstreitern auf dem letzten Schenkel etwas vorausgeeilt war, in vergleichsweise schwachem Steigen zusehen, wie seine Konkurrenz hinter ihm in einem starken Aufwind Höhe und Zeit gewann. Zwei so verlorene Minuten machten am Ende aus einer schon zum Greifen nahen Top-Ten-Platzierung nur den 22. Platz im Tagesklassement. Mit 124,5 km/h klar der Schnellste an diesem Tag war der Brite Chris Curtis gefolgt von seinem Landsmann Derren Francis, der bereits zu den bekannten Gesichtern auf der Hahnweide gehört.

Zwischen Francis und Weber, die im Gesamtklassement mit 1 865 und 1 860 Punkte nahezu gleichauf liegen, herrscht dabei nur in der Luft eine sportliche Rivalität. Man sei zu echten Freunden geworden, freut sich der Schwabe Bernd Weber, der mit dem Briten eine Wette laufen hat, die allabendlich vom Langsameren der beiden in Form eines Erfrischungsgetränkes nach Wahl zu begleichen ist. Bei allem sportlichen Ehrgeiz ist es diese familiäre Atmosphäre, die dem Hahnweide-Wettbewerb einen festen Platz im Kalender vieler Segelflieger aus dem In- und Ausland sichert.

In der Standardklasse konnte Jan Omsels aus Bad Homburg den dritten Wertungstag für sich entscheiden und sich damit auf den zweiten Platz der Gesamtwertung schieben. Der dritte Tagesplatz reichte für den Dettinger Andreas Belz, um sich in der Gesamtwertung von Platz acht auf Platz drei zu verbessern. In der 15-Meter-Klasse konnte der Brite Timothy Scott mit dem Tagessieg auf einer 161 Kilometer langen Aufgabe, die am zweiten Tag verlorene Gesamtführung zurück erobern.

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